Die 5 Sprachen der Liebe (auch) bei Kindern

Kind reicht etwas Gefundenes

Erwachsene Menschen zeigen ihre Liebe einander in der Regel auf 5 verschiedenen Wegen. Davon ist oft einer besonders ausgeprägt. Diese Erkenntnisse gehen auf Gary Chapman zurück. In „Die 5 Sprachen der Liebe*“ beschreibt er die Besonderheiten dieser Sprachen in der partnerschaftlichen Liebe und wie wir uns als Partner besser verstehen lernen.

Wer seine eigene Muttersprache der Liebe kennt und die Sprache des anderen „sprechen“ lernt, verspricht Chapman, wird eine intensivere und positivere Verbindung zu seinen Liebsten aufbauen. Und wer will das nicht?

Als ich das Buch las, fiel mir auf, dass auch meine Kinder bereits sehr eindeutige Muttersprachen der Liebe ausgeprägt haben und ich fing an, sie genauer zu beobachten.

Welche Sprachen der Liebe es gibt:

Lob und Anerkennung

Ein Kind, das auf bestätigende Worte reagiert, wird es lieben, wenn du es lobst oder „Ich hab dich lieb“ flüsterst. Deine Worte und wie Du mit Deinem Kind sprichst, haben große Wirkung. Es geht dabei nicht darum, dass Kind wegen jedem Handgriff zu loben. Bewusst in den Vordergrund zu stellen, was Dir an Deinem Kind positiv aufgefallen ist, reicht völlig aus.

Verfalle dabei nicht in gut/schlecht-Bewertungen, sondern betone das Verhalten und den Aufwand, den es für eine Sache betrieben hat. Achte darauf, dass Kinder mit dieser Muttersprache der Liebe sehr empfindlich gegenüber Urteilen und negativem Feedback reagieren.

So sagte ich zu meinem Kind beispielsweise:

Wow, ich war total überrascht, wie Du bei der Preisverleihung wie selbstverständlich ins Mikrofon gesprochen hast. Ich habe mich über Deinen Mut gefreut.

Über achtsame Sprache mit Kindern habe ich hier bereits geschrieben.

Zweisamkeit

Es klingt so einfach. Kinder mit dieser Muttersprache wollen nur bei dir sein und Zeit mit Dir verbringen. Gerade jüngere Kinder empfinden das als wichtig. Gleichzeitig kann es als vielbeschäftigte Eltern schwierig sein, die Zeit zu finden, um diesen besonderen Raum ohne Unterbrechungen zu finden.

Denk daran, dass sich Dein Kind in dieser besonderen Zeit wertgeschätzt fühlen und wirklich mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen gesehen werden möchte. Manchmal sind 15 Minuten dieser Zeit ohne Ablenkungen durch Smartphone oder die anderen Geschwister, bereits völlig ausreichend.

Ich versuche meinem Kind diese besondere Zweisamkeit zum Beispiel kurz vor dem Einschlafen zu schenken. Dann lasse ich es selbst bestimmen, wie es diese Minuten verbringen möchte und schwinge beim Vorlesen oder Erzählen einfach mit.

Hilfsbereitschaft

Kind gießt mir Gießkanne

Kinder mit dieser Muttersprache der Liebe schätzen, was Du für sie tust.

Woran Du diese Kinder erkennst? Sie sagen vielleicht nur einmal alle paar Wochen wirklich „Danke“ und schauen Dich dabei intensiver an, als bei der sonst so beiläufig gemurmelten Floskel. Eine andere Möglichkeit, ein Kind mit dieser Muttersprache zu erkennen, besteht darin, zu bemerken, wann es sich bei Aufgaben anschließen möchte – beim Geschirrspüler einräumen oder Staubsaugen.

Oder vielleicht kommen sie manchmal und sagen, dass sie etwas aufgeräumt oder repariert haben, ohne gefragt zu werden. Das zeigt, dass sie den Wert eines Beitrags zur Familie verstehen und Deinem Vorbild folgen, sich um andere zu kümmern.

Geschenke

Die meisten Kinder (und seien wir ehrlich die meisten Erwachsenen ebenso) sind ziemlich scharf auf Geschenke. Es ist nicht schwer zu verstehen, warum – immerhin ist es aufregend, neue Sachen geschenkt zu bekommen!

Aber endloses, gedankenloses Geben erfasst diese Muttersprache der Liebe absolut nicht!

Wahre Geschenke sind ein Symbol dafür, dass Du Dein Kind verstehst. Es zeigt, dass Du Dich in seine Lage versetzen kannst und weißt, was es wirklich liebt.

Für dieses Kind fühlt es sich großartig an, Geschenke zu erhalten, da es so weiß, dass jemand an es denkt, auch wenn derjenige nicht bei ihm ist. Dieses Gefühl der Geborgenheit ist ein wesentlicher Bestandteil einer sicheren und vertrauensvollen Beziehung. Und so erfüllt sich ein Kind mit dieser Muttersprache der Liebe genau dieses Bedürfnis nach Beziehung.

Mehr zum Schenken in Warum Du auf Weihnachtsgeschenke verzichten solltest und Wie Du durch Deine Kinder zum Minimalisten wirst.

Zärtlichkeit

Vater mit Kind auf Wiese

Ich könnte einen ganzen Artikel über den Wert von Zärtlichkeiten schreiben. Zahlreiche Studien belegen die lebenslange positive Wirkung von häufigem Halten, Kuscheln und Streicheln von Babys und Kleinkindern.

Berühren ist ein intimer Akt und als solcher behalten wir Zärtlichkeiten den Menschen vor, die wir lieben und denen wir nahe stehen. Das Streichen der Haare oder das Drücken der Hand vermittelt dem anderen, dass wir mit ihm in Kontakt treten möchten.

„Wir brauchen vier Umarmungen pro Tag, um zu überleben. Wir brauchen acht Umarmungen pro Tag für die Wartung. Wir brauchen zwölf Umarmungen pro Tag, um zu wachsen.“

Familientherapeutin Virginia Satir

Das mag vor allem für ältere Kinder nach viel klingen, aber es könnte sich lohnen, Deine Umarmungsquote zu erhöhen. Du wirst die Auswirkungen auf Deine Familie sehen. Gerade für Kinder mit der Muttersprache der Liebe Zärtlichkeit werden besonders stark darauf reagieren.

Abschließende Gedanken

Ich möchte zu Bedenken geben, dass Du die Muttersprache der Liebe manchmal nur auf dem zweiten Blick bei Deinem Kind erkennst. Die offensichtliche Sprache ist es meist nicht. Nimm Dir Zeit, herauszufinden, welche Sprache auf Dein Kind zutrifft. Und natürlich können diese auch eine Mischung aus zwei Sprachen sein.

Die Geschwister können außerdem sehr unterschiedliche Sprachen sprechen. Da ist jedes Kind anders, obwohl es ähnlich aufwächst!

Ein Kind, dass beispielsweise einmal hilfsbereit ist, muss nicht gleich die Muttersprache der Liebe Hilfsbereitschaft sprechen. Es kann auch sein, dass es instinktiv gelernt hat, dass dies Deine Muttersprache ist und möchte Dir ganz konkret etwas Gutes tun. Gleichzeitig muss ein Kind mit der Muttersprache der Liebe Hilfsbereitschaft nicht ständig hilfsbereit sein. Aber wenn es etwas tut, dann hat es besonderen Wert!

Du solltest auch unbedingt Deine eigene Muttersprache der Liebe und die Deines Partners/ Deiner Partnerin herausfinden. Hilf Deinem Gegenüber zu verstehen, was Dir wichtig ist und es wird für euch beide leichter!

Kennst Du Deine Muttersprache der Liebe bereits?

Meinst Du, dass Du sie auch bei Deinen Kindern entdecken kannst?

Warum wäre das für Dich wertvoll?

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