„Mama, wieso nicht?“ – Warum mich diese Frage so nervt

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Kinder haben 1000 Fragen. Warum ist der Himmel blau? Wann ist endlich Weihnachten? Sie löchern uns damit ununterbrochen um an Informationen zu kommen. Soweit so schön, aber eine Frage kann ich zur Zeit nicht mehr hören: „Wieso nicht?“, fragt mich meine 4-Jährige nach jedem Nein, dass sie von mir bekommt. Hier sind 3 Strategien, wie Du mit dieser Frage umgehen kannst.

„Mama, kann ich noch einen Film gucken?“
„Nein, mein Spatz.“
„Wieso nicht?“
(Es folgt eine Begründung.)
„Aber Mama ich will aber.“

Da mir dieses Rückfragen so auf den Geist geht, begründe ich meistens schon von selbst, wieso etwas gerade nicht geht.

„Mama, kannst Du mir die Bastelscheren aus dem Schrank geben?“
„Nein, wir ziehen jetzt die Schuhe an und gehen in den Kindergarten:“
„Wieso nicht?“
Die Frage kommt trotzdem, da sie scheinbar bei dem Wort „Nein“ aufgehört hat zuzuhören und bereits weiterdenkt, wie sie zu ihrem Ziel kommt.
Dann sage ich ihr, dass ich ihr das Wieso bereits beantwortet habe.
Sie antwortet: „Aber Mama, ich möchte aber jetzt schneiden.“

Diese kleine Frage „Wieso nicht?“ nervt mich weniger, weil ich ihr nun mein Vorgehen begründen muss, das ist ok, schließlich hat sie ein Recht darauf und soll verstehen, warum wir die Dinge so machen. Diese Frage nervt mich, weil es der Einstieg in eine endlose Diskussion ist, die dann in einem bockigen Kind endet, das die Begründung nicht mehr abwartet, geschweige denn akzeptiert.

 

Daher habe ich mir 3 alternative Möglichkeiten überlegt, wie ich antworte, wenn sie ein Anliegen an mich hat:

1. Ich antworte auf ihre erste Frage anders, damit „Wieso nicht?“ gar nicht passt.

Zum Beispiel:

„Mama, kann ich noch einen Film gucken?“
„Selbstverständlich mein Spatz. Gleich nach dem Abendessen kann es losgehen.“
Dann folgt eine längere Begründung, warum es nach dem Abendessen zu spät ist und, dass sie den Film unbedingt jetzt schauen möchte, worauf ich aber in der Regel nicht weiter antworte.

 

2. Ich stelle eine Gegenfrage, in der ich ihr gleich die Begründung implizit mitgebe, warum es gerade nicht geht, dabei aber das Wort „Nein“ bewusst ausspare.

Ein Beispiel:

„Mama, kannst Du mir die Bastelscheren aus dem Schrank geben?“
„Was möchtest Du jetzt schneiden? Wir sind doch schon auf dem Weg nach draußen.“

Diese Strategie hat eine 50/50-Erfolgsquote. Manchmal durchschaut sie meine Antwort und ärgert sich umso mehr. 🙂

 

3. Hardcore-Ablenkung: Manche Fragen sind ein rotes Tuch und egal wie ich nein sage, kann ich nur verlieren. Dann lenke ich sie ab, bis sie sich nicht mehr an ihre eigentliche Frage erinnern kann.

Zum Bleistift:

„Mama, kann ich heute mit Maya aus der Kita mitgehen?“
„Das ist eine tolle Idee, mein Häschen. Das hast Du lange nicht gemacht! Was möchtest Du dann mit Maya machen?“
Es folgt eine lange ausführliche Beschreibung des gemeinsamen Nachmittag mit Maya. An irgendeiner Stelle lenke ich das Gespräch in eine ganz andere Richtung und wir reden anschließend über etwas ganz anderes.
An dieser Stelle muss ich nur aufpassen, dass sie nicht missversteht und denkt, dass ich ihre Frage mit „Ja“ beantwortet habe. Das ist leider eine Gratwanderung.

 

Nicht immer sind diese 3 Strategien sinnvoll. Wenn wir an der Straße stehen und sie mich fragt, ob sie hinübergehen kann, wenn ein Auto kommt, gibt es nur eine Antwort: „Nein!“ Da werde ich ihr nicht erst eine Begründung liefern oder sie vom Thema ablenken.

 

Aber immer, wenn ein Trotzanfall oder lange Diskussionen gerade äußerst unpassend wären, versuche ich sie mit diesen Strategien zu vermeiden. Ich schaffe es sehr viel erfolgreicher die Situation bereits im Vorfeld zu vermeiden als den schon vorhandenen Trotzanfall zu deeskalieren und zu verkürzen.

Ich habe schon einmal über den Umgang mit Trotzanfällen geschrieben und 3 Alternativen, wie Du das Kräftemessen mit Deinem Kind vermeiden kannst.

 

Welche Strategien hast Du entwickelt? Schaffst Du es hin und wieder, Trotzanfälle und endlose (gerade unpassende) Diskussionen zu vermeiden?

 

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