Trick für mehr Elterngeld beim 2. Kind (trotz Teilzeit)

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In diesem Artikel zeige ich Dir einen bisher unveröffentlichten, aber völlig legalen Elterngeld-Trick, mit dem Du mehr aus Deinem Elterngeld zwischen zwei Geburten herausholst. Ziel ist es, die Berechnungsgrundlage für das zweite Elterngeld wie beim ersten Kind zu erreichen. So kannst Du nach Deiner ersten Elterngeld-Zeit gar nicht oder nur Teilzeit arbeiten und bekommst trotzdem Elterngeld wie beim ersten Kind!

Wie Du mehr aus Deinem Urlaubsanspruch während der Elternzeit herausholen kannst, verrate ich Dir hier.

Lies weiter, wenn Du:

  • mind. 2 Kinder bekommen möchtest oder vor kurzem entbunden hast und noch ein Kind möchtest
  • Du zwischen den beiden Kindern gar nicht oder nur in Teilzeit oder auch Vollzeit arbeiten möchtest
  • zwischen 1,5 und 2,9 Jahre Abstand zwischen den Kindern möchtest
  • Du (höheres) Elterngeld wie vor Deinem 1. Kind haben möchtest

Wie der Elterngeld Trick geht, zeige ich Dir an diesem chronologischen Beispiel:

  • Arbeit in Vollzeit
  • Geburt 1. Kind: 1. Juni 2014
  • Elterngeld 1. Kind: 1. August 2014 – 31. Mai 2015 (ohne Mutterschutz)
  • anschließend Elternzeit ohne Elterngeldbezug oder Arbeit in Teilzeit
  • Geburt 2. Kind: 1. November 2016

Grundsätzlich wird das Elterngeld bei Nicht-Selbstständigen nach den letzten 12 Monaten VOR der Geburt berechnet. Im Beispiel wäre dies für das 2. Kind der Zeitraum, in dem die Mutter gar nicht oder nur in Teilzeit gearbeitet hat. Dies wäre natürlich ein Nachteil für die Höhe des Elterngelds, aber Vollzeit zu arbeiten, ist auch nicht für jede Mutter möglich.

Und so veränderst Du die Berechnungsgrundlage in Deinem Sinne:

  • Mach Dich selbstständig.
  • Dazu geh‘ zum Gewerbeamt und melde (für ca. 25-40 € je nach Ort) ein Gewerbe als Kleinunternehmerin (umsatzsteuerbefreit) an, z.B. im Online-Marketing oder Beratung.
  • Einnahmen aus Freiberuflichkeit funktionieren auch. Diese werden auf Deine Steuerprogression angerechnet.
  • Erbringe mind. eine Leistung für ein Unternehmen oder eine Privatperson und schreibe eine Rechnung und habe so Einkünfte aus Selbstständigkeit. Du kannst auch Selbsthergestelltes verkaufen.

Wichtige Hinweise:

  • ALLE Einkünfte müssen über die Steuererklärung am Ende des Jahres angegeben und versteuert werden.
  • ALLE Einkünfte, die Du WÄHREND des Elterngeldbezugs hast, müssen der Elterngeldstelle gemeldet werden.
  • Prüfe in Deinem Arbeitsvertrag, ob Du Deinen derzeitigen Arbeitgeber über die Nebentätigkeit informieren musst.

Der Trick funktioniert, wenn Du im Zeitraum von 12 Monaten vor der Geburt selbstständig warst. Wichtig ist, dass der Zahlungseingang dieser Rechnung im Zeitraum von 12 Monaten vor Deiner 2. Geburt liegt. Im Beispiel oben wird die Rechnung im Dezember 2015 geschrieben.

Übrigens: Wenn Du Elterngeld Plus beziehst, werden dennoch nur maximal 14 Monate Elterngeldbezug angerechnet. Der Zeitraum um das weitere Kind zu bekommen, verlängert sich nicht um bis zu 24 Monate. Das wäre aber auch zu schön 😉

Wann Du den Elterngeld-Trick nicht anwenden brauchst

Den Elterngeld-Trick brauchst Du übrigens nicht anwenden, wenn zwischen zwei Geburten nur 14 Monate und weniger liegen und Du mindestens 1 Jahr Elterngeld bezogen hast. Dann wird der Berechnungszeitraum bei der Beantragung des Elterngelds für das folgende Kind automatisch verschoben und der Zeitraum vor der Geburt des ersten Kindes bzw. das Kalenderjahr verwendet.

Der Elterngeld-Trick ist also vor allem für Eltern interessant, deren Kinder einen Abstand ZWISCHEN 14 Monaten und 2,9 Jahren haben.

Wann Du den Elterngeld-Trick nicht anwenden kannst

Vor allem, wenn der Abstand zwischen den Geburten zu lang ist, kann der Elterngeld-Trick nicht mehr angewendet werden. Pauschal kann man sagen, dass der Trick eher nicht funktioniert, wenn zwischen den Geburten 3 Jahreswechsel liegen.

Außerdem ist entscheidend, wie lange Du für das vorangegangene Kind Elterngeld bezogen hast. Je kürzer der Elterngeldbezug, desto kürzer muss der Abstand zwischen den Geburten sein. Meine Berechnung im Beispiel ist für einen Bezug von etwa 12 bis 14 Monaten.

Fazit

Wenn eine Mutter selbstständig ist, wird das Elterngeld NICHT anhand der letzten 12 Monate VOR der Geburt berechnet. Stattdessen wird das letzte abgeschlossene Steuerjahr verwendet.

Im Beispiel oben ist dies das Kalenderjahr 2015. In 2015 wurde jedoch Elterngeld für Kind 1 bezogen. 2015 kann nicht als Berechnungsgrundlage dienen, da dies für die Mutter nachteilig wäre. Also muss 2014 herangezogen werden. Auch in diesem Jahr wurde Elterngeld für Kind 1 bezogen und so muss das Steuerjahr 2013 zur Berechnung des Elterngeldes dienen.

Bei Selbstständigen oder Freiberuflern werden also demnach NICHT die 12 Monate VOR der Geburt des Kindes zur Elterngeldberechnung herangezogen, sondern das letzte abgeschlossene Kalenderjahr, in dem kein Elterngeld bezogen wurde.

Dieser Trick hilft berufstätigen Müttern, die 2 oder mehr Kinder möchten und zwischen den Kindern gar nicht oder nur Teilzeit arbeiten möchten und so wieder das Elterngeld wie beim 1. Kind zu erhalten!

Brauchst Du eine zeitnahe Beratung für Deinen Fall?

Der Trick kann für (werdende) Mehrfacheltern viele Tausend Euro mehr in die Familienkasse spülen.

300€ Mindestsatz oder Elterngeld wie beim 1. Kind?

Für viele von euch hat die Kommentarfunktion in der letzten Zeit nicht ausgereicht. Die Beantwortung der Fragen kostet einfach zu viel Zeit bzw. kann ich so nur einen Bruchteil eurer Situation erfassen.

Um euren Fragen gerecht zu werden, habe ich eine Telefonsprechstunde eingerichtet. Mehr als 150 zufriedene Eltern in den letzten 6 Monaten sprechen für sich. Ich freue mich auf unser Gespräch!

Ich freue mich über jeden von euch, der DANKE sagen möchte. Dies kannst Du per Kommentar, Email oder auch per K*lick auf meine Werbebanner oder *Links tun. <3 Merci!

Leserstimmen zum Trick

Ein dickes fettes DANKESCHÖN 🙂
Es hat geklappt, der Elterngeld Bescheid ist da und durch deinen Trick bekomme ich nun genug Elterngeld, dass ich es mir aufteilen und nun bei meinem 2. Kind auch 2 Jahre Zuhause bleiben kann. Ich bin überglücklich und wäre ohne deinen Blog nicht auf diese geniale Idee gekommen.
Bei mir war es so:
Kind 1: geb. 3/2017
Elternzeit bis 5/2019 dann direkt im Anschluss MuSchu.
Selbstständig seit 12/2018
Kind 2: geb. 7:2019
Viele liebe Grüße“

Anne (Kommentar vom 02.09.2019)

Danke 😍 Es hat bei uns super funktioniert und ich bekomme jetzt sogar etwas mehr durch den Geschwisterbonus und meine Selbstständigkeit 👌🏻 Danke!!

Yvonne (Kommentar vom 17.09.2019)

„Hallo Diana,
heute möchte ich Dir ein RIESEN DANKESCHÖN hier hinterlassen! Auf Grundlage Deines Tipps hat sich unsere finanzielle Situation gravierend geändert in der 2. Elternzeit. Dein Tipp hat tatsächlich dazu geführt, dass ich ein gutes Elterngeld habe! Danke, dass Du Dir so viel Zeit nimmst, um Deine Erfahrungen hier mit Anderen zu teilen.
Danke! Danke! Danke!“

Franziska (Kommentar vom 15.05.2019)

Hallo Diana,
wir möchten uns nochmal für deinen tollen Support bei unserem Antrag bedanken. Dank deiner Unterstützung war unser Antrag erfolgreich.
Trotz unserer individuellen Gegebenheiten konntest du uns zum Erfolg führen, da haben sich besonders die 20 Minuten unseres persönlichen Telefonats gelohnt.
Absolut empfehlenswert!
Liebe Grüße
Markus

Markus (Kommentar vom 08.11.2019)

Weiterlesen

Wie Du mehr aus Deinem Urlaubsanspruch während der Elternzeit herausholen kannst.

Außerdem haben wir die Partnerschaftsmonate im Anschluss an die Elterngeld-Zeit genommen. Falls Du wissen möchtest, warum Du die Partnerschaftsmonate auch nehmen solltest, dann lies hier.

Mehr über Deine Rechte als Mama liest Du in Sandras Buch, das ich Dir wärmstens empfehlen kann.
Don’t worry, be Mami: Juristisches Know-how rund um Schwangerschaft, Geburt und Elternsein*

Höhe des Elterngeldes: Infos der L-Bank

Richtlinien zum Elterngeld

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Elterngeld-Trick: Mehr Elterngeld beim 2. Kind. So gehts!

Haftungsausschluss

Die Verfasserin übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen die Verfasserin, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich im weitest zulässigen Rahmen ausgeschlossen. Auch steht die Verfasserin in keiner Verbindung zu irgendeiner staatlichen Behörde zu diesem Thema.

Dieser Artikel ist in keiner Weise eine Rechtsberatung in Elterngeld-Fragen. Ich berichte lediglich von eigenen Erfahrungen. Selbstverständlich kannst Du Dich gern von Deiner Elterngeldstelle zu diesem Thema beraten lassen, denn jeder Einzelfall ist anders!

Viel Erfolg!

Dieser Artikel erschien bereits im August 2017 und wurde nun mit Hilfe der Fragen in den Kommentaren umfassend überarbeitet.
Letzter Stand: 25.01.2020

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Comments

    • Mira
    • 4. Februar 2020

    Guten Abend Diana,

    ich dachte ich hätte heute Mittag schon kommentiert aber irgendwie finde ich keinen Kommentar von mir. Daher jetzt nochmal und in bisschen ausführlicher.

    Situation
    K1 kam 3/17 auf die Welt Elterngeld habe ich bis 9/18 bezogen
    K2 kam dann 12/18, zwischen den Kindern habe ich nicht gearbeitet sondern hatte Elternzeit.
    Für K2 bekomme ich noch bis März 20 EG Leistungen.
    Im Sommer werde ich wieder anfangen zu arbeiten und bin im Moment am überlegen nebenher noch selbständig zu arbeiten. Bin jetzt gerade am eruieren welche Vor oder Nachteile dadurch entstehen können.

    Eventuell wollen wir noch ein 3. Kind steht aber noch nicht ganz fest.
    Müsste K3 noch dieses Jahr kommen damit wir von dem Trick noch profitieren oder würde auch 2021 noch ausreichen da ich ja mehr als die 12 Monate EG bekommen habe und durch die 14möglichen Anrechnungsmonate auch Leistungen in 2020 erhalte. Aber das ginge dann ja über 3Jahreswechsel hinweg.
    Oder funktioniert das sowieso nicht da ich bei K2 schon ein geringeres Elterngeld wie bei K1 hatte?

    Vielen Dank im Voraus

    1. Hallo Mira,
      der 1. Kommentar ist im Spam gelandet, so dass ich ihn erst freischalten musste 🙁
      Ich habe aber jetzt drauf geantwortet.
      Ihr habt also bis Ende 2021 Zeit für K3.
      Dann wird aber trotzdem 2018 herangezogen, da hier kein EG drin liegt, sondern nur Mutterschaftsgeld.
      Viele Grüße,
      Diana

    • Minchen
    • 4. Februar 2020

    Hallo Diana,

    kannst du mir sagen, wie die Selbstständigkeit und die Zahlungseingänge in der Regel nachgewiesen werden müssen?
    Wenn Kind 2 Anfang 2020 geboren wurde und es in 2019 Einnahmen aus Selbständigkeit gab, aber aufgrund der Mutterschaftszahlung 2018 (Bezug Elterngeld Kind 1) bzw. dann 2017 (Bezug Elterngeld Kind 1) bzw. dann der Steuerbescheid von 2016 herangezogen wird. Müssen Einnahmen aus Selbständigkeit in diesen Vorjahren auf den Bescheiden vorhanden sein oder reicht es in 2019?

    Vielen Dank noch einmal für die Auskunft.

    1. Hallo Minchen,
      die Einnahmen aus Selbstständigkeit müssen im Zeitraum 12 Monate vor der Geburt vorhanden sein. Der Rest ist egal.
      Nachgewiesen werden die Einnahmen entweder durch den Steuerbescheid oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung.
      Viele Grüße,
      Diana

    • Mira
    • 4. Februar 2020

    Hallo 🙂

    Ich bin durch Zufall auf den Artikel gestoßen (auch wenn schon etwas her 🙂 vielleicht kannst du mir trotzdem helfen) und zwar habe ich meinen Tochter 3/17 bekommen und meinen Söhne 12/18 vorraussichtlich fange ich im Juli wieder an zu arbeiten in Teilzeit und hatte eh schon überlegt etwas kleines Nebenberuflich zu machen. Würde der Fall dann auch bei mir greifen und ich hätte dadurch die Chance auf Berechnung anhand meines Gehaltes vor dem ersten Kind?
    Wenn ja, bis wann müsste ein Kind dann spätestens kommen?

    In Planung ist bisher nichts mit K3 aber spannend wäre die Variante ja auf jeden Fall 🙂

    1. Hallo Mira,
      wie lange hast Du bei Deinen Söhnen EG bezogen? Wenn 2020 noch Elterngeld geflossen ist, dann hättet ihr mit K3 bis Ende 2021 Zeit. Wenn nicht, dann muss K3 schon 2020 kommen.
      Viele Grüße,
      Diana

    • Lysa
    • 4. Februar 2020

    Hallo Diana,
    unser erstes Kind kam 04/18 auf die Welt. Ich habe bis 04/19 Elterngeld bezogen. Danach Teilzeit weitergearbeitet. Unser zweites Kind kommt 05/20 zur Welt. Klappt der Trick auch in unserem Fall?
    Muss ich dann der Elterngeldstelle die Dokumente von 2017 einreichen?
    Wie lange muss ich die selbstständige Tätigkeit anmelden? Reicht es, wenn ich quasi zwei selbst genähte Hosen verkaufe und eine Rechnung austelle?

      • Lysa
      • 4. Februar 2020

      Beste Grüße, Lysa

    1. Hallo Lysa,
      ja, der Trick klappt bei euch. Die Dokumente von 2017 solltest Du gleich mitliefern. Zum Ende des Jahres kannst Du das Gewerbe wieder abmelden und ja, es reicht eine Rechnung/Einnahme.
      Viele Grüße und alles Gute,
      Diana

    • Julia
    • 2. Februar 2020

    Hallo Diana,
    wir hatten bereits letztes Jahr das Vergnügen und du hast mir Tipps gegeben. Ich habe ein Gewerbe angemeldet und wir bekommen im September 2020 nun das Geschwisterchen. Der EG Trick würde bei uns funktionieren (Kind 1 im Februar 2018).
    Nun mal ne allgemeine Frage. Da ich ja ein Gewerbe angemeldet habe, müsste ich ja EG Plus beantragen? Ich kann doch bei Basiselterngeld nicht zusätzlich das Gewerbe laufen haben? Aber dann ist das Dilemma, dass ich bei der Planung des 3. Kindes, was dann 2022 sein müsste, den Trick nicht mehr anwenden kann oder?

    Oder muss ich Gewerbe nach Geburt abmelden und nach dem EG Bezug im September 2021 wieder anmelden?

    Das versteh ich noch nicht.

    Danke für deine Mühe

    Mit lieben Grüßen aus Bayern
    Julia

    1. Liebe Julia,
      herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!
      Das Gewerbe darf auch beim Basiselterngeld weiterlaufen, Du darfst nur keine Einnahmen im Bezugszeitraum haben. Sonst müsstest Du EGplus beantragen.
      Kind 3 müsste 2022 kommen, damit Du den Trick erneut anwenden kannst, egal welches EG du beziehst.
      Du kannst Dein Gewerbe also bis nach dem 3. Kind ohne Einnahmen weiterlaufen lassen. Das schadet nicht, macht nur ein bisschen mehr Arbeit bei der Steuererklärung.
      Alles Gute,
      Diana

    • Laura
    • 2. Februar 2020

    Hallo Diana!
    Ich habe mir glaube ich alle Kommentare durchgelesen, um mir meine Frage zu beantworten, aber habe trotzdem eine Unklarheit. Die Elterngeldbroschüre (https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/elterngeld–elterngeldplus-und-elternzeit-/73770) widerspricht sich in einem gewissen Punkt selbst.

    Der Fall:
    – Geburt 1. Kind: April 2018, Elterngeldbezug 12 Monate bis April 2019.
    – Geburt 2. Kind: April 2020, dazwischen keine Erwerbstätigkeit

    Jetzt haben wir schon 2020. So wie ich deine Antworten auf ähnliche Fälle verstehe, müsste ich das Gewerbe optimalerweise nachträglich für Dezember 2019 anmelden und dort auch einen Zahlungseingang haben, damit ich diesen in der bisher noch nicht gemachten Steuererklärung für 2019 angeben kann, die die Elterngeldstelle verlangen wird. Ist das korrekt?

    In der Broschüre wird das auf Seite 40 bestätigt:
    „Bitte betrachten Sie die 12 Monate vor dem Kalendermonat, in dem Ihr Kind geboren wurde, sowie den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der Geburt (in der Regel das Kalenderjahr).[…]
    Hatten Sie in dieser Zeit Einkünfte aus einer selbstständigen Tätigkeit […] gilt für Sie der Zeitraum für Selbstständige“.

    Im Text steht „sowie“, also müssen beide Bedingungen erfüllt sein. Zum einen Einkünfte in den letzten 12 Monaten aber auch Einkünfte im letzten Kalenderjahr, in meinem Fall also 2019.

    Andererseits steht im zweiten Absatz auf Seite 41: „Nur wenn Sie weder im Veranlagungszeitraum noch in den 12 Monaten vor dem Kalendermonat der Geburt Einkünfte aus einer selbstständigen Tätigkeit hatten, gilt für Sie der Zeitraum für Nicht-Selbstständige.“

    Hier sehe ich einen Widerspruch, der Text sagt „weder noch“. Wenn also in den 12 Monaten vor dem Kalendermonat der Geburt Einkünfte da waren, müsste der Zeitraum für Selbstständige gelten. Das wiederum bedeutet, dass eine Gewerbeanmeldung und Einkünfte vor der Geburt in 2020 ausreichen müssten.
    Dafür spricht auch, dass 2019 wegen des Elterngeldbezugs in jedem Fall sowieso ausgeklammert werden darf.

    Ist das an dieser Stelle schlicht Auslegungssache und man sollte das Gewerbe nachträglich für 2019 anmelden, um auf der sicheren Seite zu sein?

    Viele Grüße

    1. Hallo Laura,
      tatsächlich bin ich auch auf diese Diskrepanz in den Unterlagen gestoßen.
      Anfangs habe ich daher selbst (auch durch meinen eigenen Fall) empfohlen, dass das Gewerbe noch im alten Jahr angemeldet werden sollte. Dann habe ich meine eigene Elterngeldstelle dazu befragt und auch neue Fälle in meinen Beratungen erlebt, in denen auch das laufende Jahr betrachtet wurde.
      Daher habe ich meine Beratung angepasst und nun weiß ich, dass in Deinem Fall 2020 ausreichend ist. Du kannst aber auf Nummer sicher gehen und das Gewerbe rückwirkend anmelden, wenn Dir das zu heiß ist 😉
      Auslegungssache ist es meiner Meinung nach nicht. Ich habe noch keinen Fall erlebt, in dem das laufende Jahr nicht mehr gereicht hat. Sie scheinen sich nur selbst nicht gut auszudrücken in ihren Broschüren.
      Alles Gute,
      Diana

    • Julia
    • 29. Januar 2020

    Hallo Diana,

    Wir haben schon berechnet, dass der Trick bei uns funktionieren wird.
    Kind 1: 06/18
    Kind 2: 08/20
    Die Frage die sich mir jetzt stellt: Welche Rechtsform muss man bei der Gewerbeanmeldung wählen? Muss man das „nicht eingetragene Einzelunternehmen“ wählen? Oder doch etwas anders? Habe Angst hier etwas falsch zu machen. Oder wird man gar auf dem Gewerbeamt beraten?

    Danke für deine Hilfe!
    Viele Grüße

    1. Hallo Julia,
      Du machst Dich als Einzel-Kleinunternehmerin selbstständig. In dem Sinne keine Rechtsform wie GbR etc. Wichtig ist, dass Du ankreuzt, dass Du umsatzsteuerbefreit bist.
      Viele Grüße,
      Diana

    • Annika
    • 28. Januar 2020

    Hallo Diana,

    mein Sohn ist am 22.12.2018 geboren, Elterngeld habe ich bis 12/2019 bezogen.
    Wir planen unser zweites Kind für ca. 03/2021.
    Würde der Trick funktionieren?
    Ich würde mich ab 02/2020 selbstständig machen.

    Vielen Dank für eine Antwort
    Annika

    1. Liebe Annika,
      wir haben das ja bereits in der Telefonberatung besprochen.
      Alles Gute für euch,
      Diana

      • Anne
      • 2. Februar 2020

      Liebe Annika, liebe Diana, bei uns wäre der Fall sehr ähnlich. 1. Kind 8/18 geboren, ET 2. Kind Frühling 2021 geplant. Dazwischen liegen 3 Jahreswechsel. Funktioniert es trotzdem bei uns?
      LG Anne

      1. Liebe Anne,
        leider nein. Der Abstand ist zu groß. Es müsste noch 2020 auf die Welt kommen.
        Alles Gute,
        Diana

    • Sara
    • 24. Januar 2020

    Liebe Diana, ich hatte dir am 21.1. Ein langes Kommentar geschickt, hast du dies bekommen? Liebe Grüße

    1. Hallo Sara,
      ja, er verbirgt sich hier: https://zweitoechter.de/mehr-elterngeld-beim-zweiten-kind/comment-page-10/#comment-2220
      Viele Grüße,
      Diana

        • Sara
        • 24. Januar 2020

        Hallo Diana! Danke! Warum dahin gelandet ist?! Stilldemenz!🙈😂

    • Annika meider
    • 24. Januar 2020

    Hallo, vielen Dank für den Beitrag,
    Mein 2. Kind ist unterwegs (voraussichtlicher geburtstermin 14.09.20)
    und das 1. Kind wurde geboren am 21.03.19. Dann elterngeldbezug bis 20.03.19. Reicht es aus wenn ich in den Monaten April 2020- Juli 2020 ein Gewerbe an- und dann wieder anmelde?
    Lieben Dank.

    • Carina
    • 21. Januar 2020

    Danke für den guten Tipp.
    Wie sieht es aus wenn man bereits ein Kleingewerbe angemeldet hat vor Kind 1? Wird dann bei Einhaltung der Zeitspanne trotzdem das Geschäftsjahr vor Kind 1 zur Berechnung herangezogen?

    1. Liebe Carina,
      Nein, das ändert nichts am Trick. Wichtig ist, dass der Abstand zwischen den Kindern passt und das Gewerbe weiterhin vor der Geburt des 2. Kindes besteht und mindestens eine Einnahme da ist.
      Viele Grüße,
      Diana

      • Annika meider
      • 29. Januar 2020

      Hallo Diana,

      Weshalb bekomme ich keine Antwort auf meinen Kommentar vom 24.01?

      1. Hallo Annika,
        Danke für die Erinnerungen. Bei über 700 Kommentaren unter diesem Artikel rutscht schon mal einer durch. Außerdem beantworte ich Kommentare immer im Pulk und nicht, sobald er reinkommt. Für dringende Fälle oder bei Interesse an einer ausführlichen Beratung habe ich daher eine Telefonsprechstunde eingerichtet, die bereits am nächsten Tag stattfinden kann. Ich hoffe, Du hast Verständnis dafür, dass auch ich mit bald 3 Kindern meine Zeit gut einteilen muss.

        In Deinem Fall würde ich in den nächsten Monaten ein Gewerbe anmelden und dieses dann spätestens zum Ende des Jahres wieder abmelden.

        Viele Grüße,
        Diana

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