Weibliche Vorbilder aus Wissenschaft und Gesellschaft

In diesem Artikel gebe ich Impulse zum Thema weibliche Vorbilder und stelle eine neue Kinderbuchserie vor, in der mutige Frauen, Erfinderinnen und Wissenschaftlerinnen kindgerecht porträtiert werden. Auf ein Buch der Serie gehe ich speziell ein.

Denkmuster aufbrechen

Als Mama von zwei Töchtern liegt mir viel daran, meine Kinder in ihrer Weiblichkeit, aber auch ihrer Rolle in der Gesellschaft zu bestärken. Wir alle wissen, dass Frauen oft doppelt so viel leisten müssen wie Männer, um gesehen und gewürdigt zu werden. Frauen wird die Berufswahl häufig schwerer gemacht, da schon in der Schule Mädchen suggeriert wird, sie könnten Naturwissenschaften schlechter verstehen. Ja, sogar wir Eltern selbst stecken Jungen wie Mädchen schnell mal in Schubladen.

Es kann schwer sein diese Denkmuster aufzubrechen. Weibliche Vorbilder aus Sport, Wissenschaft und nicht „typischen“ Frauenberufen können uns und unseren Kindern dabei helfen.

Meine weiblichen Vorbilder

Eins meiner weiblichen Vorbilder aus meiner frühen Kindheit war auf jeden Fall Pippi Langstrumpf. Wer mich näher kennt, der weiß, dass ich Pippi definitiv näher war als Annika. Pippis Stärke, Selbstständigkeit und Mut haben mich früh sehr beeindruckt.

Nachhaltig geprägt haben mich aber andere weibliche Vorbilder:

Zum einen meine damalige beste Freundin, die sehr gut in der Schule, sehr sportlich und ehrgeizig war und zum anderen meine Basketballtrainerin. Sie war damals Ende 20 und hat mich mit ihrer lockeren, offenen Art immer motiviert und über viele Jahre zu Höchstleistungen angespornt wie kein andere Trainer davor und danach. Von den „alten Leuten“ war sie eine der Coolen!

Und zuletzt habe ich mir auch einen Charakter einer Fernsehserie zum Vorbild genommen: Rory Gilmore von den Gilmore Girls hat mir gezeigt, wofür es sich lohnt zu lernen. Ein hoher Grad an Bildung hat mich immer fasziniert. Ich wollte mit 15 Jahren tatsächlich in England zur Schule gehen und mein Abitur machen. Meine Eltern waren allerdings dagegen.

Natürlich hatte ich auch männliche Vorbilder, aber sehr viel weniger.

Wer waren Deine Vorbilder und warum? Lass gern unten einen Kommentar da.

Was macht ein gutes Vorbild aus?

Für mich hat ein gutes Vorbild eine eigene starke Position und kommuniziert diese nach außen. Natürlich kann ein Vorbild auch an rein äußerlichen Merkmalen festgemacht werden, darin würde ich meine Kinder allerdings nicht bestärken, denn für das Aussehen kann man oft gar nicht so viel. Lieber soll das Vorbild mit bestimmten Taten oder Leistungen positiv auf sich aufmerksam machen. So kann es beispielsweise ein Musikinstrument gut beherrschen oder in der Gruppe für die sprechen und sich einsetzen, die sich das nicht selbst trauen.

Ein gutes Vorbild im klassischen Sinne hält sich selbstverständlich auch an Gesetze und gesellschaftliche Normen. Das heißt aber nicht, dass diese nicht auch in Frage gestellt werden können. Hier ist eher die Frage, wie das dann geschieht.

Warum brauchen Mädchen vor allem weibliche Vorbilder?

Ob sich ein Kind eine Leistung oder einen Beruf zutraut, hängt meiner Meinung stark davon ab, was es gewohnt ist. Vor ein paar Wochen sah meine Tochter eine Busfahrerin und beäugte sie misstrauisch. Für sie war es neu, dass eine Frau einen Bus fährt. Als wir zuletzt nach Rom geflogen sind, habe ich ihr alle halbe Stunde von der PilotIN vorne im Cockpit erzählt. Sie soll lernen, dass Frauen jeden Beruf ergreifen können. Und Männer natürlich auch!

Weibliche Vorbilder sind deshalb so wichtig, weil sich Mädchen vor allem mit ihnen identifizieren können. Sie teilen ein ähnliches Aussehen, ähnliche Probleme und Sorgen. Diese weiblichen Vorbilder sollten darüber hinaus möglichst breitgefächert sein. Zum Beispiel sollte neben einer Hausfrau, eine (alleinerziehende) berufstätige Mutter, eine homosexuelle Frau und eine kinderlose Frau stehen dürfen. Sie erfüllen alle ihren Zweck in der Prägung des Kindes.

Die Kunst für uns Erwachsene besteht nun darin, kein (mögliches) Vorbild zu werten und stattdessen anzuerkennen. Jedes Kind identifiziert sich mit einem anderen Menschen und das ist gut so!

Natürlich sind weibliche Vorbilder auch für Jungen wichtig. Auch sie sollen lernen weniger in „typischen“ Geschlechterrollen denken!

Weibliche Vorbilder habe ich in der Kinderbuchreihe „Little People, BIG DREAMS“ gefunden. Hier werden Bürgerrechtlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Erfinderinnen, Sportlerinnen, mutige Frauen und andere vorgestellt.

Ich habe mal ein Buch aus der Serie herausgepickt und stelle es euch vor.

Marie Curie: Vorbild aus der Wissenschaft

Inhalt des Buches

Die Wissenschaftlerin Marie Curie hat insgesamt zwei Nobelpreise für ihre Entdeckungen gemacht. Sie zählt zu den bedeutendsten Wissenschaftlerinnen des 20. Jahrhundert. Marie hatte bereits als junge Frau ein großes Interesse an Physik und verließ für das Studium in Paris sogar ihre Heimat Polen.

Im Buch wird ihr Werdegang und ihre wissenschaftliche Leistung beschrieben. Auch ihr Privatleben wird kurz angesprochen.

Gestaltung des Buches

Die Texte sind kurz und prägnant. Sie erstrecken sich pro Seite über zwei bis drei Zeilen.

Pro Doppelseite wird immer nur ein Gedanke aufgegriffen. So kann sich das Kind gut auf das Vorgelesene und die Bilder konzentrieren. Die Illustrationen zeichnen sich durch eine zurückgehaltene Farbwahl aus. Die Seiten wirken ruhig und ausgeglichen. Ein Kind kann die Motive leicht erfassen und entdeckt dennoch einige Details, über die der Vorleser und das Kind sprechen können.

Unser Fazit zum Buch

Obwohl das Buch mit seinen 32 Seiten flott durchgelesen oder durchgeblättert ist, bietet es so einige Anreize in verschiedene Themen tiefer einzutauchen. Wir sprachen zum Beispiel lange über den Unfall von Maries Mann und, dass es damals noch Pferdekutschen gab. Das hat meine Tochter lange beschäftigt.

Uns hat das Buch gut gefallen und wir werden sicherlich noch weitere Bücher der Serie lesen. Weibliche Vorbilder kann es schließlich nicht genug geben.

Infos zum Buch:

Autorin: Isabel Sánchez Vegara
Illustratorin: Frau Isa
Seiten: 32
Hardcover
Verlag: Insel Verlag
Altersempfehlung: 4-6 Jahre
Erscheinungsdatum: 10. März 2019

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Weitere Bücher aus der Serie „Little People, Big Dreams“:

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