Warum ich nie wieder einleiten lassen würde

zweitoechter-schreikind-regulationsstoerung

Ich habe zwei Kinder. Und ich habe zwei völlig verschiedene Geburten erlebt. Nach der ersten Geburt wusste ich, dass ich nie wieder einleiten lassen würde. Und nach der zweiten Geburt wusste ich, dass ich NIE wieder einleiten lassen würde. Dies ist der Geburtsbericht mit Einleitung bei meiner ersten Geburt.

Ich weiß, viele werden jetzt sagen, dass man ja nichts machen kann. Nach 10, spätestens nach 14 Tagen über dem errechneten Termin MUSST Du einleiten lassen. Ich sag mal so, MÜSSEN tue ich schon mal gar nichts.

Ich denke, im Vorfeld der Geburt wird sehr viel Panik durch das Klinikpersonal gemacht. Oft fehlen die harten Fakten. Ich denke, wenn es wirklich schlecht um das Kind oder die Mutter stehen würde, dann wäre eine Einleitung eh nicht das Mittel der Wahl, da dies viel zu stressig für beide wäre.

Disclaimer: Liebe Erstgebärende, wenn Du gerade vor einer Geburt stehst, würde ich Dir davon abraten diesen Geburtsbericht zu lesen. Dann empfehle ich Dir Dich noch einmal intensiv mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme zum Thema Einleitung auseinanderzusetzen und viele Fragen zu stellen.

 



 

Über dem errechneten Termin

Als ich bei meiner ersten Tochter 7 Tage über dem errechneten Termin war, ging es mir gut. Ich hatte einfach keine Lust mehr und wurde langsam ungeduldig. An diesem Morgen mussten wir wieder zum CTG-Schreiben in den Kreißsaal. Alles war in Ordnung, nur das Gewicht des Kindes wurde erneut nach oben korrigiert: 3800 Gramm und plötzlich redete der griechische Arzt das erste Mal über eine Einleitung. Er gab mir einige Aufklärungsbögen mit allerhand Beschreibungen von möglichen Risiken und Komplikationen, aber mein Vertrauen in die Ärzte und Hebammen war groß.

 

Nicht-hormonelle Einleitung

Ich sagte ihm, dass ich den Ballonkatheter zur Eipolablösung als nicht-hormonelle Methode bevorzuge. Ich hatte mich schließlich informiert und schon Respekt vor der hormonellen Einleitung durch Prostaglandine in Form eines Gels oder Tabletten. Er gab sich zufrieden und wir sollten am Abend wiederkommen, da der Kreißsaal derzeit völlig überbelegt war. Es war der 5.5. und scheinbar wollten an dem Tag alle noch ihr Kind bekommen. Am Abend dann würde man den Katheter legen.

Also marschierten wir wieder heim, verbrachten noch eine Geburtstagsfeier mit der Familie und kamen gegen 20 Uhr zurück in die Klinik. Beim CTG-Schreiben sah man plötzlich Wehen. Ich spürte nichts. Daher ließ man die Ballonkatheter-Methode sein und ich sollte ein Zimmer beziehen. Es würde in der Nacht sicherlich eh losgehen. Pustekuchen. Als ich da allein auf meinem Zimmer hockte, hatte ich überhaupt nichts mehr. Nur Lust wieder heimzugehen. Ich schlief trotzdem wie ein Stein meine letzte Nacht mit Kind im Bauch.

Man ließ mich für Krankenhausverhältnisse lange schlafen. (Das erfuhr ich aber erst später auf der Wöchnerinnenstation als ich regelmäßig 6 Uhr aus dem Schlaf gerissen wurde.)

 

Die hormonelle Einleitung

Gegen 9.00 Uhr kam die Ärztin zur Visite. Ich fragte nach dem Ballonkatheter und sie antwortete nur, dass dafür nun nicht mehr genug Zeit wäre. Jetzt würden sie mit Tabletten einleiten. Ich wollte einfach nur mein Kind haben und beugte mich.

Im Nachhinein habe ich genau hier einen riesigen Fehler gemacht. An dieser Stelle hätte ich einfach wieder nach Hause gehen können. Es gab KEINEN Grund einzuleiten. Mir und meinem Kind ging es gut. Es gab überhaupt keine Anzeichen, dass die Geburt bald losgehen würde. Mittlerweile bereue ich, dass ich der Prozedur so einfach zugestimmt habe.

9.30 Uhr bekam ich eine halbe Tablette Cytotech. Nach nur einer Stunde hatte ich regelmäßige Wehen. Ab 13 Uhr musste ich die Wehen veratmen, 18 Uhr war der Muttermund 2-3 cm geöffnet und wir im Kreißsaal.

Die Wehen waren schwer zu ertragen. Ein Bad in der Wanne hielt ich nicht lange aus. Nichts konnte mir die Wehen angenehmer machen. Ich litt einfach so vor mir hin. Als die Geburt nicht richtig vorwärts ging, legte man mir einen Zugang. Erst am falschen Arm, obwohl ich immer wieder betonte, dass es an dem Arm nicht gehen würde und dann am richtigen Arm.

 

Komplikationen durch die Einleitung

Nach 30 Minuten und einem komplett zerstochenen Unterarm lag der Zugang und man ließ Oxytocin zum Wehensteigern in mich hineinlaufen. Die ganze Zeit hatte mein Mann aber schon das Gefühl, dass durch den Tropf nichts durchläuft und sprach die Hebamme darauf an. Man betonte, dass alles in Ordnung sei. Er kennt sich aber aus. Er arbeitet schließlich in dem Bereich in diesem Klinikum.

Bei 10 cm geöffnetem Muttermund platzte die Fruchtblase mit einem Knall und die Hebamme hinter mir musste sich erstmal sammeln und umziehen. Dann folgte der Wehensturm. Der Raum füllte sich, ein grelles Licht wurde eingeschaltet. Es war Schichtwechsel und eine ältere Hebamme löste die Hebammenschülerin im letzten Ausbildungsjahr ab. „Wir machen das jetzt so: 3 Wehen rechts, 3 Wehen links, dann ist es da“, gab sie im Befehlston von sich. Ich dachte nur, das würde ich schaffen. Sagen konnte ich nichts mehr.

In der Übergangsphase, wenn das Kind ins Becken gleitet, litt ich Höllenquallen. Einmal sah ich zu dem kleinen Fenster und dachte nur, wie es wäre, wenn ich jetzt einfach dort rausspringen würde. Ich fühlte mich eh schon halbtot. Mein ganzer Körper wurde auseinandergesprengt.

Wenn eine Wehe kommt, sollte ich pressen. Ich spürte aber keine Wehen. Es war ein Dauerschmerz, der nicht mehr aufhörte. Mit Wehen hatte das nichts zu tun. Also presste ich, aber eben auf Ansage nach CTG. Meinem Baby ging es zum Glück in der ganzen Zeit gut, es gab keinen Anlass zur Sorge.

Ich presste insgesamt eineinhalb Stunden. Von wegen 3 rechts, 3 links, eher 30 rechts und 30 links. Zwischendurch wollte man schon die Saugglocke ansetzen, da die Zeit der Austreibungsphase schon sehr lang war. Von der Diskussion habe ich aber zum Glück nichts mitbekommen. Das hat mir mein Mann erst Monate später erzählt bzw. habe ich es erfahren als ich mir den 80-seitigen Geburtsbericht habe schicken lassen.

Kurz vor Mitternacht war unser Baby dann da. Gesund und munter mit 4100 Gramm.

 

Noch mehr Komplikationen

Doch leider war es damit nicht geschafft. Die Schmerzen waren zwar weg, aber die Sorgen um mich nicht. Direkt nach der Geburt drehte man den Wehentropf voll auf, da ich keine Wehen mehr für die Plazenta hatte. Meine Gebärmutter war einfach am Ende. Sie hatte keine Kraft mehr. Die Plazenta löste sich, doch leider kam sehr viel Blut hinterher. Ich blutete und blutete. Dreimal haben sie die Plazenta auf mögliche Verletzungen überprüft und konnten nichts finden. Sie war riesig, aber unverletzt.

Minütlich wog man die verschmutzten Binden und Laken um einen ungefähren Eindruck zu bekommen, wie viel Blut ich verliere. Ich bekam einen Sandsack und einen Eisbeutel auf den Bauch, meine Beine wurden eng verschränkt. Die Gebärmutter sollte sich wieder zusammenziehen, tat es aber nicht. Gegen 2 Uhr sagte die Ärztin zu mir, sie würde jetzt einen Anästhesisten anrufen und man würde eine Ausschabung machen.

Ich wurde kreidebleich. „Ist das jetzt schon Ihr Kreislauf?“, fragte die Ärztin sehr beunruhigt und ich fuhr sie an: „Ich gehe nirgendwo hin. Ich habe gerade mein Kind bekommen. Ich lass mich doch jetzt nicht operieren. Ihr müsst das in den Griff bekommen.“ Eine OP in Vollnarkose kam mir so absurd vor. Noch nie hatte ich eine Narkose, wurde noch nie operiert. Ich fange damit heute nicht an! Ich hatte gerade so gelitten, ich wollte einfach nur meine Ruhe. Ich hatte Angst. Angst davor ohne Gebärmutter wieder aufzuwachen, wenn sie die Ursache der Blutung nicht finden. Ans Verbluten habe ich keine Sekunde gedacht.

Man bot mir eine Blutkonserve an. Ich lehnte ab. Ich fand es völlig absurd das Blut eines anderen zu bekommen, wenn ich es auch ablehnen kann. So schlimm scheint es ja nicht um mich zu stehen.

 

Hoffen und bangen

Die Ärztin gab mir noch eine Chance. Zwei Minuten. Wenn die Blutung in dieser Zeit ein kleines bisschen weniger werden würde, könne man schauen. Ich ging in mich, redete mit meiner Gebärmutter und bat sie nun Schluss zu machen. „Hör auf zu Bluten! Bitte! Lass mich jetzt nicht im Stich!“, befahl ich ihr.

2 Minuten später öffnete die Ärztin meine verschränkten Beine und wieder strömte das viel Blut aus mir heraus. Sie wog es und tatsächlich, es wurde weniger. Weitere 2 Minuten später war es wieder ein bisschen weniger.

Wir verbrachten noch weitere 8 Stunden im Kreißsaal.

 

Nach der Geburt

4 Tage später mussten wir das Krankenhaus verlassen: Bettenmangel. Ich habe es kaum die 3 Etagen hoch in unsere Wohnung geschafft. 4 Wochen lang habe ich mit meinem Kreislauf gekämpft. Ich hatte insgesamt 1,5 Liter Blut verloren. Das Stillen klappte nicht. Darüber habe ich in meiner Stillgeschichte geschrieben.

 

Mein Fazit nach Einleitung und natürlichem Geburtsbeginn

Heute 4 Jahre und eine weitere Geburt ohne Einleitung später weiß ich, dass ich nie wieder einleiten lassen würde.

Während meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich Angst davor, dass man mir wieder eine Einleitung vorschlagen würde. Ich habe mir einen Schlachtplan zurechtgelegt, mich mit meiner ersten Geburt beschäftigt, einen Geburtsplan gemacht und über Hypnobirthing belesen. Ich wusste, dass ich mit dieser traumatischen Einstellung keine Chance auf eine „natürliche“ Geburt hatte und so arbeitete ich monatelang an meinem Trauma.

Schon Wochen vor dem errechneten Termin hatte ich diesmal regelmäßige Wehen. Ich hatte Vertrauen in mich und meinen Körper, dass diesmal alles besser laufen würde. Und tatsächlich: Meine zweite Tochter machte sich 6 Tage vor dem ET mit einem vorzeitigen Blasensprung auf den Weg und wurde innerhalb von 9 Stunden geboren. Den Geburtsbericht findest Du hier.

 

Warum ich nie wieder einleiten lassen würde

Die Schmerzen waren nicht zu vergleichen. Die Wehen genauso wenig. Die Wehen mit Einleitung waren viel stärker und kamen innerhalb von kürzester Zeit. Zwischen den Wehen war ich nie schmerzfrei. Die „natürliche“ Geburt ohne Prostaglandine war im Vergleich zur Einleitung gut beherrschbar! Durch die Einleitung gab es viele Komplikationen, die sich sehr lange hinzogen.

Heute rate ich grundsätzlich jeder werdenden Mutter von einer hormonellen Einleitung ab. Ich betone die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen und empfehle ihr eine zweite Meinung einzuholen. Vorher sollten wirklich ALLE anderen nicht-hormonellen Maßnahmen in Erwägung gezogen werden: Rizinuscocktail, Ballonkatheter usw.

 


Wie hast Du die Einleitung erlebt? Würdest Du es wieder tun?

 

Pinne diesen Artikel:

Warum ich nie wieder einleiten lassen würde - Geburtsbericht einer hormonellen Einleitung - zweitöchter

 

Related Posts

Wie Du auch ohne Partner ein Kind bekommen kannst Alles hat seine Zeit - Serie Lebensträume

Comments

    • Lena
    • 9. November 2018
    Antworten

    Ich habe 2016 auch einleiten müssen, da ich 10 Tage drüber war und mein Sohn recht groß geschätzt wurde. 2 Tage für mit Cytotec eingeleitet, jedoch tat sich absolut nichts. Ich war eigentlich schon völlig fertig, ließ mich aber überreden noch eine weitere Methode auszuprobieren. Eine Art Tampon. Abends platzte mir dann die Fruchtblase und es ging sofort los mit richtig heftigen und schmerzhaften Wehen. Kaum eine Pause zum verschnaufen. Die erste Pda wirkte nicht, also bekam ich eine zweite. Diese brachte etwas Ruhe, jedoch kam es dann zum Geburtsstillstand. Mit dem Oxytocin Tropf ging es dann weiter, die Presswehen kamen schnell und heftig. Saugglocke, Dammschnitt, großer Blutverlust. 3 Wochen nach der Geburt ging es mir noch richtig elend. Ohne meinen Mann an meiner Seite hätte mich nicht um unser Kind kümmern können. Heute bin ich bei ssw 39+1 und ich weiß ganz sicher, dass ich weder übertragen noch einleiten werde. Ein echtes Geburtstrauma! Habe mich viel zu oft bequatschen lassen. Nun höre ich auf mein Bauchgefühl!

    1. Antworten

      Liebe Lena,
      Ich danke Dir für Deine Offenheit und wünsche Dir alles erdenklich Gute für Deine bevorstehende Geburt. Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es sich für Dich gerade anfühlt. Denk positiv! Das hat mir geholfen. Meine feste Entschlossenheit, dass es dieses Mal besser wird, hat mir Hoffnung und die gewisse Offenheit gegenüber allen Entwicklungen gegeben, sie anzunehmen und darin meinen Weg zu finden.
      Die Daumen sind gedrückt. Ich freue mich, von Dir zu hören.
      Alles Liebe,
      Diana

    • Martina
    • 25. Mai 2018
    Antworten

    Ich habe bei allen drei Kindern hormonell einleiten lassen und keine Komplikationen!
    Das erste Kind dauerte 8, das zweite 4 und das dritte 1 Stunde 😜…
    Sollte nr 4 ebenfalls so weit über den Termin gehen, werde ich es genauso machen..,
    Lg

    • Ste
    • 20. Mai 2018
    Antworten

    Ich konnte mein 1. Kind natürlich gebären. Verlor um Mitternacht tröpfchenweise fruchtwasser. Da ich positiv auf bakterien getestet wurde, musste ich ins spital und dort leitete man die wehen ein. Nach cs 16 stunden war meine tochter da. Leider hörte ich nicht mit dem bluten auf und hatte somit eine auskratzung unter teilnarkose. Hatte bis dahin noch keine op oder narkose erlebt und hatte unglaublich angst alles ging gut und nach meiner 2. Geburt weiss ich dass meine gebärmutter sich nach der geburt zu wenig zusammen zieht. War jedoch in einem andern spital und diese kriegten die blutung mit einem zäpfchen in den griff.

    • Jessica
    • 19. Mai 2018
    Antworten

    Ich hatte 2 Einleitungen und beide endeten in einer Katastrophe! Die erste Geburt dauerte mehrere Tage und so hatte ich keine Kraft mehr am Schluss und eine Saugglocke musste eingesetzt werden . Hinterher hatte ich ein Trauma ! 6 Jahre später 2 Geburt auch wieder Einleitung ENDE : Notsectio!!
    Ich würde auch nie wieder einleiten …. beim 3 Kind wurde ein geplanter Kaiserschnitt gemacht .

  1. Antworten

    Hallo Diana,

    ich hatte 3 Geburten mit Einleitung und eine ohne.

    Die Einleitungen haben bei mir jeweils einen Wehensturm verursacht, höllische Schmerzen im Rücken und im Bauch mit kaum Auswirkungen. Einmal endete es im Kaiserschnitt, zwei Mal in einer natürlichen Geburt.

    Die letzte Geburt war ohne Einleitung. Trotzdem mit Wehensturm.

    https://mamamaus.de/diese-mal-bitte-eine-bilderbuchgebur/

    Viele Grüße
    Mama Maus

  2. Antworten

    Danke für den Einblick, da läufts einem ja wirklich kalt den Rücken runter. Schade, dass die erste Geburt so traumatisch war, aber freue mich sehr für dich, dass du dich mit der zweiten Geburt mit dem Thema versöhnen konntest. Das war bei uns auch so (allerdings zweimal ohne Einleiten, dafür beim ersten Mal mit Komplikationen nach der Geburt).

    1. Antworten

      Danke. Ja, die zweite Geburt hat mir Frieden gegeben und ich konnte damit abschließen. Heute möchte ich einfach nur aufklären, dass eine Einleitung ein wohlüberlegter Schritt sein und nicht leichtfertig in Anspruch genommen werden sollte.

    • Susa
    • 17. Mai 2018
    Antworten

    beim Lesen bekommen.  Denn meine Erfahrungen mit Cytotech waren ähnlich negativ. Es bestärkt mich darin, im Falle eines 2. Kindes derlei abzulehnen und eine Alternative zum Krankenhaus aufzusuchen. 
    Meine Tochter würde vor 4 Monate geboren, und noch immer muss ich oft daran zurück denken, vor allem nachts.  Ich hatte leichte Wehen und einen hohen Blasensprung, daher wurde mir nach 12 Stunden geraten, die Geburt anzukurbeln. Mit Cytotech. Auf dem Aufklärungsbogen stand das Risiko des Wehensturms, auf Nachfrage wurde mir versichert, dass steht nur der Vollständigkeit halber da, jedoch ist das höchst selten und die Tablette im allgemeinen sehr gut verträglich.  Ich bekam auch nur eine Viertelste. Die Folge waren 6 Stunden unbeschreiblich schmerzhafte Wehen mit nur wenigen Sekunden Pause, in denen ich nach einiger Zeit immer halb das Bewusstsein verlor. Nach langem Betteln wurde endlich alles für eine PDA vorbereitet, in dem Moment setzten die Presswehen ein und PDA war nicht mehr möglich.  Ich tröstete mich damit, dass es bald überstanden ist. Aber nein, es folgten noch mal über 2 Stunden. Die Hebamme sagte oft, ich sei sehr tapfer.  Das war wie ein schlechter Witz, da ich mich noch nie so hilflos und ausgeliefert gefühlt hatte. Ich wollte nur noch sterben.
    Letztendlich war meine Kleine aber da, putzmunter und gesund.  Ich hatte einen Dammschnitt bekommen umd war trotzdem 2x gerissen.
    So lang sollte der Text gar nicht werden. Hab noch ganz schön Redebedarf. Hat dir der Geburtsbericht geholfen? Ich wollte den jetzt auch mal anfordern in der Hoffnung, das es beim Aufarbeiten hilft. 

      • Susa
      • 17. Mai 2018
      Antworten

      Der erste Satz fehlt. Sollte so losgehen:
      Es tut mir sehr leid, dass du die erste Geburt so schlimm erlebt hast und ich hab Gänsehaut beim Lesen bekommen.

      1. Antworten

        Oh, das tut mir sehr Leid. Bei Deinem Bericht kamen mir die Tränen. Die möglichen Komplikationen werden leider heruntergespielt. Dabei ist die Cytotech Tablette nicht mal für diese Verwendung offiziell freigegeben. Daher kommt man mit rechtlichen Schritten auch nur schwer an, wenn etwas schief läuft.
        Mir hat es geholfen mit meiner Hebamme zusammen den Geburtsbericht aufzuarbeiten und mich so auf die zweite Geburt vorzubereiten. Sie war 7 Jahre Klinikhebamme und kennt die Umstände dort. Auch ein Geburtsplan war eine gute Vorbereitung. Auch das 2. Kind habe ich dann im gleichen Geburtszimmer bekommen und es war eine gute Geburt. So gut es im Krankenhaus eben sein kann. Nach den schweren Nachblutungen hatte ich den Mut nicht bei der 2. geburt außerklinisch zu gebären. Obwohl es beim 2. ohne Einleitung am Ende fast gar nicht geblutet hat…
        Du schaffst das!

  3. Antworten

    Oh, man. Wie schrecklich! Von schlimmen Einleitungen habe ich schon öfter gehört. Ich habe (zum Glück) keinem Horror erlebt. Bei uns war alle sehr schön ❤️ http://frieda-friedlich.de/2015/11/10/der-1000-und-1-geburtsbericht/

    1. Antworten

      Wow, ein sehr schöner Bericht und es verliert auch beim 1001. Mal nicht an Zauber 😉 Ich freue mich, dass es so schnell und unkompliziert ging! Alles Gute für euch!

  4. Antworten

    Beim großen hatte ich eine natürliche Geburt: diese war mein Horrortrip. Er hatte im Geburtskanal die Faust am Kopf und steckte fest, über Stunden ging gar nichts, ehe das überhaupt aufgefallen ist und man sich drum gekümmert hat…

    Beim kleinen hatte ich dann eine Einleitung über Medikamente – den Cocktail habe ich sofort gesagt das ich nicht trinke weil ich weiß was drin ist und ihn nicht runterbekommen würde. Meine Einleitung hat knapp 4 Tage gedauert, weil Karfreitag und Ostersonntag unterbrochen wurde. Aber als es dann endlich losging war der kleine innerhalb von 3 Stunden ohne PDA oder ähnliches da und wir konnten bereits Nachmittags nach Hause mit dem Bündel Liebe <3 Quasi war es bei mir also genau andersherum. Meine normale Geburt war des Horror und die Eingeleitete total entspannt als sie dann nach den Tagen des wartens losging. Mein Geburtsbericht von der Einleitung ist mit einer der ersten auf dem Blog gewesen und dementsprechend   Aber ich guck mal ob ich ihn überarbeite wenn ich die Zeit finde! https://www.chaoshoch4.de/2012/04/23/finnished/

    1. Antworten

      4 Tage Einleitung? Oh! Aber schön, dass es dann doch flott ging. Leider weiß man nie, wie frau auf die Einleitung anspringt. Es ist so unberechenbar. Alles Gute für euch!

    • Tara
    • 16. Mai 2018
    Antworten

    Meine erste Geburt lief ganz natürlich und ohne irgendwelche Komplikationen. Bei der zweiten haben mich die Ärzte regelrecht irre gemacht im Krankenhaus. Mein Gynäkologe hatte mir gesagt das meine Tochter ca. 2800g wiegen wird und im Kh. meinten sie, dass sie höchstens mit 2300g auf die Welt kommen würde. Natürlich war ich ein wenig besorgt und ich sollte nächsten Tag wieder kommen und man werde die Geburt einleiten. Am nächsten Tag hatte ich frühs gegen 9.oo Uhr eine Einleitung mittels eines Gels; die künstlichen Wehen waren unerträglich und ich habe eine Kochsalzlösung mit Morphin bekommen. Im Nachhinein ist mir erst bewusst geworden das mir die Assistenzärztin 10ml Morphin in den Tropf gegeben hat und ich sollte nach dem der Tropf fertig war ein bisschen auf dem Klinik Gelände spazieren gehen. Das tat ich dann auch ohne Schmerzen aber durch das viele Morphium bin ich wie betrunken anfangs gelaufen und kaum war ich an der frischen Luft musste ich mich in den nächsten Busch über geben. Die Hebammen und Ärzte meinten nach alle dem sie warten das näfhstr CTG ab und siehe da es gab keine Wehen mehr durch das Morphium. Am darauf folgenden Tag haben sie mir um 9.oo Uhr früh einen „Wehentropf“ bekommen. Der schlug gut an und der Arzt meinte vor 15.oo Uhr würde das Baby nicht kommen. Ich habe ihm gesagt mit „schielenden Augen auf das CTG das es mittags kommen würde, was er nicht glauben wollte. Nachdem ich die künstlichen Wehen nicht spürte meinte die Hebamme ich solle bescheid geben, wenn ich meine erste Presswehe spüre in dem Moment sagte ich: “ Ich glaube die hatte ich gerade !“ Dann ging es sehr schnell nach 3 weiteren Presswehen war mein Baby da um 11.52 Uhr mittags. Aus Sorgfalt haben sie mir mit drücken auf dem Bauch vorsichtig die Plazenta an der übrigen Nabelschnur nach dem die durchgeschnitten war vorsichtig rausgezogen um mir nicht nochmal ein Wehenmittel geben zu müssen. Alles war dann somit erledigt und es ging mir soweit gut. Ich muss sagen es war echt anstrengend aber es war ein echt heftiger Unterschied in Gegensatz zu einer „normalen Geburt“ und es hat mich auch etwas abgeschreckt noch einmal ein Kind zu bekommen.

    • Imken
    • 15. Mai 2018
    Antworten

    Das liest sich echt schrecklich und es scheint einfach alles immer doof gelaufen zu sein. Ich kann so gar nichts negatives über meine Einleitung mit oxytocin

    1. Antworten

      Ja, das kann man so sagen. Einleitung mit Oxytocin (Wehentropf) macht man nur, wenn schon Wehen vorhanden sind. Da habe ich noch nicht soo viel Negatives gehört, da der Körper wenigstens schon ein bisschen bereit für die Geburt sind. Bei Einleitung mit Prostaglandinen fängt man wirklich bei null an.

  5. Ich hatte eine Einleitung bei Kind 1 – vielleicht sogar fast zu spät, es war dann am Ende ein Notkaiserschnitt und das Kind total übertragen, die Haut war schon aufgerissen und blutig.
    Aber das muss jeder für sich wissen, bei Kind 2 wollte ich gleich einen KS weil ich einfach Angst hatte

    1. Antworten

      Ui, das ist ja krass. Leider kann man noch nicht reinschauen. 🙁

  6. meine erste Geburt war auch eine Einleitung, weil sie schon 10 Tage überfällig war. Ich hatte zwar keine schlimme erfahrung damit gemacht, aber es war schon anstrengend und die lange Zeit im Krankenhaus bis es dann überhaupt mal ein wenig los ging.

    1. Antworten

      Dann hast Du scheinbar nicht so stark reagiert. Wurde mit Tablette oder Gel eingeleitet? Das Gel wirkt eher lokal und soll die Frau ja nicht so umhauen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

54 shares