Kann eine Mutter über Nacht weg sein und dennoch stillen?

Stillen trotz Abwesenheit

Vor einigen Wochen plante ich meine erste Dienstreise und das erste Mal über Nacht weg zu sein. Die Kleine stillte ich noch früh und abends. Kann ich dennoch verreisen? Kann eine Mutter, die teilstillt, eine oder mehrere Nächte weg sein?

Als ich von der Dienstreise erfuhr, habe ich mir das Datum als Ziel gesetzt, nachts abzustillen und auch das abendliche Einschlafstillen (durch warmes Wasser) ersetzt zu haben. Die Aussicht auf eine neue Art von Freiheit hat mich regelrecht angespornt.

Und so kam es, dass meine Kleine (damals 13 Monate jung) ohne großes Üben nachts durchschlief. Als hätte sie es geahnt: Ich bin für das Prozedere auf das Sofa umgezogen, damit ich nicht höre, wenn die Kleine wach wird und sich ausschließlich mein Mann kümmert. Anfangs trank sie noch warmes Wasser anstelle von Muttermilch, aber schon in der 2. Nacht schlief sie 8 und in der 3. Nacht 10 Stunden am Stück. Das war also geschafft.

Welche Gründe gibt es dafür, dass eine stillende Mama länger vom Kind getrennt ist?

  • spontaner Krankenhausaufenthalt
  • dringend notwendige Operation
  • Dienstreise

Welche Fragen ich mir vor meiner Dienstreise gestellt habe?

  • Wie geht es meinem Kind dabei?
  • Kann ich das Wegsein vorher üben?
  • Wie geht es mir und meinen Brüsten damit ein oder mehrere Stillzeiten auszulassen?
  • Wie wird das Einschlafstillen ersetzt?
  • Wird mein Kind die Flasche nehmen?

Komplikationen

Es können sich einige Konsequenzen aus dem Auslassen von ein oder mehreren Stillmahlzeiten ergeben. Es kann aber auch gar nichts passieren.

Mögliche Komplikationen:

  • Das Baby schläft nicht und weint bitterlich, da es „seine Brust“ vermisst.
  • Die Brust staut sich und es kommt zu einem Milchstau bis hin zur Brustentzündung.
  • Die Milchmenge nimmt etwas ab.

Bei mir ist nichts davon eingetreten. Es hat alles reibungslos funktioniert. Dennoch habe ich mir offen gehalten, die Dienstreise kurzfristig abzusagen, wenn mein Gefühl gegen eine Abreise ist. Nur weil ich 100% auf mein Baby und meinen Mann vertraut habe, konnte ich ohne schlechtes Gewissen abreisen. Niemals hätte ich dies zweifelnd getan.

Prinzipiell halte ich also eine kurze Trennung von Mutter und Kind für möglich, wenn noch gestillt wird.

 

Erfahrungen anderer Mütter

Eine kurzfristige Dienstreise

Ich habe gestillt und war auch mal eine Nacht und später auch ein ganzes Wochenende beruflich unterwegs. Es hat immer erstaunlich gut geklappt. 1 Jahr war sie da. Ich hab damals nachts noch alle drei Stunden gestillt. Ich muss sagen, dass es meinem Kind deutlich besser ging als meinen Brüsten. Für mich war das schon sehr unangenehm. Bei uns war das alles so kurzfristig. Wir mussten es darauf ankommen lassen. Ich denke, es hat so gut geklappt, weil ich einfach gar nicht da war und sie wusste, dass es bei Papa nichts zu holen gibt. (Lila, 3-fach Mama)

Eine OP mit Folgen

Ich hab lange und gern gestillt und speziell der kleine Prinz war nicht bereit, zu verzichten. Ich hab ihn gestillt bis er zwei Jahre war. Kurz nach seinem ersten Geburtstag musste ich operiert werden und für mindestens eine Nacht in der Klinik bleiben. Zu der Zeit brauchte er sein Aufwach- und sein Einschlafstillen. Kurz vor der OP habe ich ihn gestillt und dann 24 h nicht. Es war furchtbar. Der kleine Mann hat wohl Zuhause die ganze Nacht geschrien. Er wollte keine Muttermilch aus dem Becher. Er wollte Mama und ich hab mich im Krankenhaus die ganze Nacht elend gefühlt und an ihn gedacht. Ich hab mich schon gefragt, ob ich es ihm hätte leichter machen können.

Er hat die Flasche von Geburt an verweigert. Im Grunde hat er mich nur morgens als Nahrungsquelle gebraucht. Abends war zu der Zeit schon so, dass er zwar viel getrunken hat, aber vorher auch schon etwas zu Abend gegessen hat. Gefühlt hat er sich beim Abendstillen Sicherheit geholt, hat sich mit seinem kleinen Körper ganz arg festgeklammert. Ich hab in der Klinik abgepumpt und weggeschüttet, meine Brüste hatten also weniger Probleme. Ich war eh so high von den Schmerzmitteln, dass ich das wahrscheinlich nicht mal gemerkt hätte. (Nancy, Mama von 2)

 

Meine Empfehlungen für Still-Mamis

Multi-Mam Kompressen (bei wunden Brustwarzen)

Diese Stillkompressen waren mein absoluter Lebensretter und ich rate dringend jeder Mama, die stillen will, davon eine Packung im Haus zu haben. Damit haben sich meine Brustwarzen NIE wieder entzündet. Hätte ich davon nur in der 1. Stillzeit gewusst…

 

Theraline Stillkissen mit Mikroperlen

In der Schwangerschaft hat es schon gute Dienste geleistet. Ich habe es danach natürlich als Stillkissen verwendet. Momentan ist es der Gitterschutz im Babybett. So fällt nämlich der Schnuller nicht immer hinter das Bett und das Baby hat etwas zum Rankuscheln anstelle der harten Gitterstäbe. Außerdem ist es gut, wenn man mit dem Baby im großen Bett schläft, dann kann es als Rausfallschutz verwendet werden. Ein Multifunktion-Kissen sozusagen.

 


Lansinoh Handmilchpumpe
Falls Du hin und wieder Milch abpumpen möchtest, kann ich Dir diese Handpumpe empfehlen. Sie ist völlig unkompliziert und angenehm in der Verwendung.

 

 

Weiterlesen

Meine Gedanken wie lange stillen eigentlich „ok“ ist und meine Stillgeschichte, die es in sich hatte

Ich muss auf Dienstreise – Abstillen oder Stillpause machen? – Stillkinder.de

Darf die stillende Mutter auch mal raus hier? – Von guten Eltern

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Comments

    • Claudia
    • 3. Januar 2018
    Antworten

    Hi,

    Danke für den Einblick in deine Überlegungen. Darf ich fragen warum du nicht einfach abgepumpt und dein Mann die Muttermilch per Flasche gegeben hast?

    Beste Grüße
    Claudia

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    1. Antworten

      Hi Claudia, eine berechtigte Frage. Zum einen kommt bei mir beim Abpumpen wenig bis nix, zum anderen nimmt sie keine Milch (haben alle probiert) aus Flaschen. Mit 12 Monaten trank sie aus einem ganz normalen Becher, hat immer die Flasche verweigert. Bei Papa nimmt sie mittlerweile warmes Wasser aus der Flasche (bei mir nix). Weiß also nicht, wie ich jemals Abstillen soll 😉
      Das Kind hat so ihren eigenen Kopf. Hehe.

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