Wie nachts abstillen – Endlich wieder schlafen

nachts abstillen

Achtung: Diese Anleitung beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen oder Erzählungen anderer Mütter. Du musst Dein Baby nicht nachts abstillen. Das ist ganz Dir überlassen. Genauso wenig kann ich garantieren, dass diese Methode auch bei Dir funktioniert.

Warum nachts abstillen?

Schlaf ist unglaublich wichtig, vor allem für Mütter. Denn Schlaf ist ihr Feierabend. Nur im Schlaf können die meisten Mütter richtig abschalten. Doch bei frischgebackenen Mamas ist dieser Schlaf oft unterbrochen und so sind 3 Stunden Schlaf am Stück so ziemlich das längste, was sie normalerweise bekommen. Aber das muss nicht sein.

Die Methode, die ich angewendet habe, wurde von Dr. Jay Gordon entwickelt. Meinem ersten Kind habe ich aufgrund von Erzählungen anderer Mütter so das nächtliche Stillen abgewöhnt. Sie schlief dann mit 8 Monaten von 18 bis 5 Uhr. Und daher habe ich es beim Zweiten – mittlerweile erfolgreich – fortgesetzt.

Wie haben wir es gemacht?

Ich war auch dieses Mal nach 7 Monaten an meiner persönlichen Schmerzgrenze angekommen und spürte, dass mein Löckchen die nächtlichen Mahlzeiten eigentlich nicht mehr brauchte. Sie wurde gegen 1 Uhr wach und konnte nur mit der Brust wieder in den Schlaf finden. Es gibt aber auch Wege, diese Gewohnheit zu durchbrechen, so dass das Baby lernt, durch Streicheln, Singen oder Getragen werden, wieder einzuschlafen.

Für den Versuch mit Kind 2 haben wir extra bis zur Elternzeit von Papa gewartet, damit er möglichen Schlafmangel tagsüber ebenfalls nachholen kann.

Die erste Nacht war bei beiden Töchtern die Schlimmste. Wenn das Baby das erste Mal wach wurde, haben wir es nur hochgenommen, getragen, gewiegt und gesungen. Aber nicht gestillt. Es hat geweint und etwas getobt, aber wir haben es getröstest und nicht allein gelassen. Nach ein paar Minuten oder 2 Stunden (das war unterschiedlich) ist es wieder eingeschlafen. Wir haben uns beim Tragen und Singen abgewechselt, damit wir länger durchhalten. Es war ja schließlich auch für uns mitten in der Nacht.

Wenn ich sie dann so weinen hörte, tat mir mein Mutterherz schon etwas weh und ich wollte manchmal einfach nur abbrechen. Aber dann erinnerte ich mich wieder an mein eigenes (egoistisches) Bedürfnis mehr als 4 Stunden am Stück zu schlafen und hielt noch ein bisschen länger durch. Unserer Tochter ging es ja nicht schlecht, sie hatte auch keinen Hunger. Außerdem wäre die ganze „Arbeit“ umsonst gewesen, wenn ich nun eingeknickt wäre. Das wollte ich uns allen drei nicht antun.

In der nächsten Nacht wachte unsere Tochter wieder zur gleichen Zeit auf, weinte und wollte trinken. Sie weinte aber nicht mehr so lange bis sie wieder einschlief.

In der 3. Nacht hat sie dann zur gewohnten Zeit nur noch ein wenig gemeckert, wollte aber schon nicht mehr gestillt werden.

Und in der 4. Nacht hat sie die Stillmahlzeit komplett verschlafen.

Das ist der Verlauf, den ich bei beiden Töchtern beobachtet habe. Das nächtliche Abstillen kann noch schneller gehen, es kann aber auch deutlich schwieriger verlaufen. Gelegentliche „Rückfälle“ gab es auch, aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Sollte sie die bereits abgewöhnte Stillmahlzeit wieder regelmäßig (für mich: ab etwa 4 Nächten innerhalb einer Woche) einfordern, werde ich es erneut versuchen.

Update zu unserem „Rückfall“:

Es gab tatsächlich einen „Rückfall“. Nach etwa 4 Wochen wollte sie wieder nachts gestillt werden. Das war in Ordnung für mich, doch nach einigen Nächten stillte sie öfter als je zuvor. Mir fehlte in dieser Zeit die Kraft das nächtliche Abstillprogramm erneut durchzuziehen und so schlief sie ab dann im Familienbett. Ich genoss sogar die Kuscheleinheiten. Es war für uns alle gut, wie es war.

Nachts abstillen – Ein weiterer Versuch:

Als sie 13 Monate wurde und ich wieder arbeitete, stand die erste Dienstreise mit Übernachtung an. Und so beschlossen wir einen neuen Versuch:
Sie lag ab sofort nicht mehr im Familienbett, was keine große Veränderung war, da sie eh erst ab der 2. Nachthälfte (wenn sie stillen wollte) bei uns lag. Von meinem Mann bekam sie stattdessen warmes Wasser. Von der ersten Nacht an klappte es! Sie schlief länger als je zuvor. Nach 2 Wochen bringt sie es auf 12 Stunden ohne stillen und meckern.

Sie war also mehr als bereit. Aber von allein hätte sie nie aufgehört bis zu 5 mal pro Nacht an meine Brust zu gehen. Dafür war es wohl einfach zu verlockend. 🙂

 

Voraussetzungen für das nächtliche Abstillen

  • Mama und Baby sollten gesund sein.
  • Baby sollte nicht gerade mitten in einer schwierigen Phase (Sprung) stecken oder zahnen.
  • Mama UND Papa sollten von der Methode überzeugt sein.
  • Keine wichtigen Termine für die ersten beiden Tage machen, damit der Schlafmangel nachgeholt werden kann.
  • Es sollten in dieser Zeit keine Impfungen anstehen.
  • Das Baby sollte tagsüber gut trinken bzw. essen. Wenn es sich gefühlt nachts mehr holt, als am Tag, sollte erst dieses Ungleichgewicht behoben werden.
  • Das Baby sollte min. 6 Monate alt sein. Die meisten Hebammen und Ärzte sagen, dass ein Baby ab diesem Alter in der Nacht keine Nahrung mehr braucht. Ich kenne aber auch Babys, bei denen diese Methode schon eher funktioniert hat. Bei anderen erst später.

 

 

Wie Du nachts abstillen kannst

 

Aber…

Wichtig ist: Du handelst nach deinem Gefühl. Wenn es sich für Dich nicht mehr richtig anfühlt oder es Dich zu viel Kraft kostet, Dein Baby herumzutragen oder Dich das Weinen zur Verzweiflung bringt, dann solltest Du abbrechen. Du kannst es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal probieren oder Du entscheidest, dass Dich das nächtliche Stillen doch gar nicht so stört. Aber dann hast Du Dich wenigstens aktiv dafür entschieden!

 

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Multi-Mam Kompressen (bei wunden Brustwarzen)

Diese Stillkompressen waren mein absoluter Lebensretter und ich rate dringend jeder Mama, die stillen will, davon eine Packung im Haus zu haben. Damit haben sich meine Brustwarzen NIE wieder entzündet. Hätte ich davon nur in der 1. Stillzeit gewusst…

 

Theraline Stillkissen mit Mikroperlen

In der Schwangerschaft hat es schon gute Dienste geleistet. Ich habe es danach natürlich als Stillkissen verwendet. Momentan ist es der Gitterschutz im Babybett. So fällt nämlich der Schnuller nicht immer hinter das Bett und das Baby hat etwas zum Rankuscheln anstelle der harten Gitterstäbe. Außerdem ist es gut, wenn man mit dem Baby im großen Bett schläft, dann kann es als Rausfallschutz verwendet werden. Ein Multifunktion-Kissen sozusagen.

 


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Falls Du hin und wieder Milch abpumpen möchtest, kann ich Dir diese Handpumpe empfehlen. Sie ist völlig unkompliziert und angenehm in der Verwendung.

 

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