Kittys Stillgeschichte mit dem Brusternährungsset von Medela

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* Gastartikel von Kitty


Keine guten Voraussetzungen für einen gelungenen Stillstart

Für mich standen die Zeichen im Bezug auf Stillen nie besonders gut. Ich habe eine hormonelle Dysbalance, die schon das Schwangerwerden sehr kompliziert gestaltet hat. Auch hab ich sehr wenig Drüsengewebe, mir war aber immer klar, dass ich zumindest probieren werde zu stillen. Nachdem unser Sohn geboren war, habe ich 2 Wochen voll gestillt, aber dann hat sich abgezeichnet, dass meine Milch nicht reicht. Dazu muss man sagen, dass wir durch die Leukämie meines Mannes auch keine besonders guten Voraussetzungen hatten. Ich war mit dem Kleinen alleine zuhause und wir haben meinen Mann natürlich täglich besucht. Ich hatte also nie ein Wochenbett und auch sonst war in den ersten 4 Monaten nach der Geburt bis mein Mann aus dem Krankenhaus entlassen wurde, an Entspannung körperlich wie psychisch überhaupt nicht zu denken.

Es kam für mich aber trotzdem nicht in Frage komplett auf Pre-Nahrung umzusteigen. Ich wollte unserem Bärchen so lange wie möglich Muttermilch geben und wenn es noch so wenig ist. Ein Hintergedanke war dabei neben den offensichtlichen Vorzügen wie Nährstoffen, körperlicher Bindung, Entspannung auch, dass ich nachts nicht aufstehen wollte, um eine Flasche zu machen. Unser Sohn schläft bei uns im Bett und wenn er Durst hat, trinkt er. Ich bekomme davon nur wenig mit. Wir haben also beide sehr früh nach der Geburt quasi durchgeschlafen. Das wollte ich natürlich auf keinen Fall aufgeben.

Die ersten 3 Monate habe ich zugefüttert, in dem ich eine 10ml-Spritze an meiner Brustwarze vorbeigeschmuggelt habe, um Saugverwirrung zu vermeiden und sicherzustellen, dass er so viel wie möglich saugt. Als die Pre-Menge einfach zu groß wurde, sind wir auf die Flasche umgestiegen. Ich hatte aber ziemlich schnell das Gefühl, dass meine Milch noch weniger wird, weil er dadurch tagsüber nur noch 1-2 Minuten pro Seite genuckelt hat und natürlich so schnell wie möglich die Flasche wollte.

Wir holen uns Hilfe bei einer Stillberaterin

Also haben wir uns eine Stillberaterin gegönnt, die uns abgesehen von den offensichtlichen Sachen wie viel Ruhe, viel anlegen ect. das Medela-Brusternährungsset ans Herz gelegt hat. Es wurde ursprünglich für Frühchen erdacht und funktioniert, indem man sich die Flasche mit der Nahrung um den Hals hängt. 2 Schläuche, die aus dem Verschluss kommen, werden je an einer Brust etwas über der Brustwarze festgeklebt und je nachdem, wo das Baby gerade trinkt, wird der Schlauch geöffnet und am Mundwinkel reingeschmuggelt.

Brusternaehrungsset-in-BenutzungEs sieht wirklich, wirklich nicht toll aus. Ich habe es durchaus als entwürdigend empfunden so vor meinem Mann durch die Wohnung zu laufen. Er hat das zum Glück völlig unproblematisch gesehen. Für mich war es aber streckenweise schon sehr schwierig, denn abgesehen davon, dass es eben sehr merkwürdig aussieht, wenn man mit einer Plastikflasche um den Hals mit 2 Schläuchen dran durch die Wohnung springt, gibt es, wie ich finde, kein deutlicheres Indiz dafür, dass Frau (in meinem Fall) nicht genug Milch hat.

Eine Flasche hält man in der Hand und das ist in unserer Gesellschaft ja durchaus normal, aber so führen 2 Schläuche direkt zu den Brustwarzen und illustrieren das ganze nochmal besonders schön. Auch wenn mir völlig klar war, dass ich in unserer Situation mit meinen körperlichen Voraussetzungen extrem froh sein kann, dass ich überhaupt Milch habe und dass unser Bärchen nach der normalen Babyflasche überhaupt noch Interesse am Stillen hatte, hatte ich doch immer wieder ganz ordentlich daran zu knabbern, dass ich unser Kind nicht ernähren konnte, was ja eigentlich das normalste auf der Welt sein sollte.

 

Das Medela Brusternährungsset

Brusternaehrungsset
Brusternährungsset von Medela

Das Set ist aufwändiger zu reinigen als eine Flasche. Man muss die Nahrung extrem gut durchrühren, damit keine Klümpchen die winzigen Schläuche verstopfen. Und unterwegs muss man sich natürlich genau überlegen, ob man nicht doch lieber die Flasche nimmt, denn diskret stillen ist damit im Prinzip nicht möglich, vor allem wenn Baby schon etwas älter ist und an den Schläuchen zupft.

Aber es erhält die Milchproduktion und die körperliche Nähe ist identisch mit normalem Stillen, was wir beide sehr genossen haben. Wir haben das Set knapp 4 Monate lang zuhause benutzt. So lange bis die Milchmenge nicht mehr in die Flasche gepasst hat und es für unseren Sohn auch mit dem weitesten der 3 mitgelieferten Schlauch-Sets nicht mehr schnell genug ging.

Heute ist er 11 Monate alt. Wir geben ganz normal morgens die Flasche und ich habe trotzdem genug Milch, um ihn tagsüber und abends in den Schlaf zu stillen. Und nachts können wir nach wie vor quasi durchschlafen, was uns beiden sehr gut tut.

Das Brusternährungsset von Medela findest Du bei Amazon*.

 

Über die Autorin

Kitty ist Ende zwanzig und Mutter des kleinen Bärchens. Meistens hat sie viel zu viele Ideen auf einmal und werkelt an 20 verschiedenen Baustellen, von wilden Erziehungskonzepten über Handarbeit bis zur Unternehmensgründung.
Im letzten Jahr hat ihr das Leben mit der Leukämie ihres Mannes eine Baustelle beschert, die sie nie haben wollte. Wie es ihr damit ging, verarbeitet sie aktuell auf ihrem Blog.

*Affiliate Link

 

Meine Stillgeschichte findest Du übrigens auch hier.

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