Großelternzeit: Elterngeld und Elternzeit auch für Großeltern

Das Gesetz zum Elterngeld ist sehr eng formuliert und ich bin für mehr Freiheit in der Ausgestaltung. So sollten auch Großeltern, die sich um die Enkel kümmern Elternzeit nehmen und Elterngeld beziehen dürfen. Ich bin für die Einführung einer Großelternzeit.

Aktuelle Gesetzeslage

Seit 2007 gibt es in Deutschland das Elterngeld. Fast 12 Jahre sind vergangen und seither gab es eine Anpassung des Gesetzes, das ElterngeldPlus, das für Kinder eingeführt wurde, die ab dem 1. Juli 2015 geboren wurden. Dass das Elterngeld eine große Errungenschaft und Entlastungen für Familien darstellt, ist unumstritten.

Zur Zeit können jedoch Großeltern Elternzeit nur unter ganz bestimmten Bedingungen erfüllen, nämlich wenn ein Elternteil minderjährig ist und die Schule besucht oder eine Ausbildung macht und sofern der Enkel im Haushalt der Großeltern lebt. Die Großeltern erhalten allerdings kein Elterngeld dafür. Das hilft allerdings nur sehr wenigen Familien, muss man sich leisten können und bildet so lediglich eine Ausnahme.

Idee der Großelternzeit

Ursprünglich ging die Idee der Einbeziehung der Großeltern in die Elternzeit auf die SPD-Politikerin Nicolette Kressl zurück. Kristina Schröder (CDU) wollte daraufhin, dass alle Großeltern, einen Rechtsanspruch auf eine berufliche Freistellung und Kündigungsschutz haben. Dies lehnte der Koalitionspartner (FDP) im April 2013 ab.

Ich würde mich genau dem Vorschlag der Senioren-Union Niedersachsen von 2008 anschließen. Die forderten, dass berufstätige Großeltern ihre Arbeit für maximal zwölf Monate unterbrechen können, um Enkelkinder zu erziehen. Die Großelternzeit sollte alternativ zur Elternzeit oder in Kombination mit ihr genommen werden können. Großeltern sollten den gleichen finanziellen Ausgleich bekommen wie es nach dem aktuellen Bundeselterngeldgesetz der Fall ist.

Warum Großelternzeit?

  • Die meisten Großeltern, die von einer Elternzeit Gebrauch machen würden, sind zwischen 50 und 65 Jahre alt. Sie haben also einen festen Job, sind im Arbeitsleben etabliert. Eine junge Mutter hingegen ist dies in der Regel noch nicht und ihr könnten ein, zwei Berufsjahre mehr Vorteile bringen.
  • Kinder halten fit. Auch ältere Semester können vom Jungbrunnen, den die kleinen Kinder ausstrahlen, profitieren und aktiv bleiben.
  • Ausreichend Krippen- und Kitaplätze sind längst nicht flächendeckend vorhanden. Engagierte Großeltern könnten gegen Bezahlung bzw. Freistellung diese Lücke schließen.
  • Viele Mütter und Väter würden gern arbeiten, sehen aber ihre Kinder in Kita oder bei der Tagespflege nicht gut aufgehoben. Die eigenen Eltern hingegen genießen großes Vertrauen, wohnen eventuell sogar im gleichen Haus. Großelternzeit wäre eine gute Lösung für diese Familien, um Kinder und Karriere miteinander zu vereinbaren.
  • Es stärkt die Bindung innerhalb einer Familie. Haben Kinder ein gutes Verhältnis zu ihren Großeltern stärkt dies das Urvertrauen des Kindes in den Clan, der es umgibt. Der Clan vermittelt ihm Sicherheit, dass es nicht nur bei seinen Eltern Hilfe erwarten kann, sondern auch bei anderen engen Familienmitgliedern.

Wie machen es andere?

In Schweden gibt es eine ähnliche Regelung bereits. Hier haben sogar jegliche von den Eltern beauftragte Personen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit zur Betreuung der Kinder bei bestimmten Anlässen, z.B. bei Krankheit eines Kindes, Arztbesuchen, Einschulungen oder ähnlichen Situationen. Es gibt auch ein zeitweiliges Elterngeld in Höhe von 80 % des Einkommens für bis zu 120 Tage pro Jahr und Kind. Davon können natürlich auch Großeltern Gebrauch machen.

Was hältst Du von dieser Idee? Würdest Du oder Deine Eltern davon Gebrauch machen?

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Comments

  1. Antworten

    Wäre mal eine spannende Idee und würde bestimmt von einigen genutzt werden. Wir wären ohne unsere beiden Omas jedenfalls ganz schön aufgeschmissen.
    LG Anke

  2. Eine tolle Idee, würde ich später auch machen

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