Elterngeld-Kürzung 2027: Was Prien plant und wo wirklich gespart werden könnte

Inhaltsverzeichnis

1. Kind

Erhöhe Dein Elterngeld beim 1. Kind

Lerne, wie Du Dein Elterngeld und Mutterschaftsgeld beim 1. Kind gezielt erhöhst.

2. oder 3. Kind

Mehr Elterngeld beim 2. Kind

Wie Du die Elterngeld-Optimierung beim 2. Kind gewinnbringend umsetzt

Spezialfall Mentoring

Individuelles 1:1 Mentoring für Mamas

Dein persönliches Mentoring zur Elterngeld-Optimierung

Familienministerin Karin Prien hat in den letzten Wochen mehrfach betont, dass sie das Elterngeld stärken will. Mindest- und Höchstbetrag sollen steigen, die Partnerschaftlichkeit zwischen den Eltern soll besser werden, das Verfahren einfacher.

Gleichzeitig muss ihr Ministerium 500 Millionen Euro einsparen, laut Rheinischer Post 350 Millionen davon allein beim Elterngeld. Beides soll gleichzeitig passieren.

Ich schaue mir an, wie das rechnerisch funktionieren könnte, was Prien dazu bisher gesagt hat und wo aus meiner Sicht der eigentliche Sparhebel liegen würde, wenn man es ernst meint.

Elterngeld-Kürzung statt Reform: Was Prien konkret angekündigt hat

Am 26. Mai sagte Prien im Deutschlandfunk, sie wolle bei den Mindest- und Höchstbeträgen eher nochmal nach oben gehen. Die Einkommensgrenze von 175.000 Euro wolle sie nicht weiter absenken, das lehnt sie auch im Interview mit der ELTERN explizit ab, selbst gegen den Vorschlag des ifo-Instituts, die Grenze auf 50.000 Euro zu drücken. Stattdessen nannte sie zwei andere Stellschrauben: die Partnerschaftlichkeit und die Bezugsdauer.

Das ist die Stelle, an der die Ankündigung anfängt, sich selbst zu widersprechen. Mindest- und Höchstbetrag erhöhen kostet Geld. Die Bezugsdauer als Sparhebel zu nutzen, bedeutet im Klartext: weniger Monate, wenn Eltern sich die Elternzeit nicht aufteilen. Beides gleichzeitig zu behaupten funktioniert nur, wenn am Ende mehr Geld pro Monat fließt, aber insgesamt weniger Monate bezahlt werden. Eine Erhöhung, die sich die Familien selbst über eine kürzere Laufzeit refinanzieren. Das ist rechnerisch möglich, aber es ist eben keine Erhöhung im Sinne von mehr Unterstützung. Es ist eine Umverteilung innerhalb des bestehenden Budgets.

Die Zahlen zur Elterngeld-Kürzung 2027

Das Elterngeld ist mit rund 7,5 Milliarden Euro der größte Einzelposten im 16,6-Milliarden-Etat von Priens Ministerium. Dass ausgerechnet hier 350 der insgesamt 500 Millionen Euro Sparvorgabe landen sollen, ist also keine Überraschung, sondern simple Etat-Logik: Wer so einen großen Brocken hat, muss dort auch sparen, wenn die Vorgabe von Finanzminister Klingbeil kommt. Der Kabinettsbeschluss zum Haushalt 2027 ist für den 7. Juli geplant, in Kraft treten sollen die Änderungen Anfang 2027.

Auffällig ist, dass Prien im ELTERN-Interview explizit sagt, das Elterngeld sei keine Sozialleistung. Es solle Familien der Mitte ermöglichen, sich für Kinder zu entscheiden, unabhängig vom Einkommen. Das ist eine konsistente Position, wenn man sie ernst nimmt. Wer aber gleichzeitig die Bezugsdauer an die Aufteilung zwischen den Eltern koppelt, lenkt genau das Verhalten dieser Familien. Das ist kein reiner Einkommensersatz mehr, das ist Verhaltenssteuerung mit Sparmotiv. Beides kann man machen, aber beides als dasselbe zu verkaufen, ist schlicht nicht ehrlich.

Wer von der Elterngeld-Kürzung wirklich betroffen wäre

69 Prozent der Väter beziehen das Elterngeld aktuell maximal zwei Monate. Der Standardfall ist nach wie vor: Mutter zuhause, Vater arbeitet. Genau diese Familien würden unter einer an Aufteilung gekoppelten Bezugsdauer als erste Monate verlieren, und zwar unabhängig davon, ob das an mangelndem Willen des Vaters liegt oder schlicht daran, dass der Arbeitgeber keine Elternzeit-Vertretung organisieren kann oder das Paar finanziell auf das höhere Gehalt angewiesen ist.

Und selbst wenn die Reform genau das bewirkt, was sie soll, nämlich dass mehr Väter länger zuhause bleiben, kippt der Spareffekt. Mehr Väter, die länger Elterngeld beziehen, heißt mehr Gesamtausgaben, nicht weniger. Die Reform kann ihr eigenes Sparziel nur erreichen, wenn sie genau nicht das bewirkt, was sie als Ziel ausgibt.

Das ist der Punkt, an dem ich skeptisch werde, ob hier wirklich Partnerschaftlichkeit gefördert werden soll oder ob das Wort nur der freundlichere Name für eine Kürzung ist.

Wo man tatsächlich sparen könnte, ohne Familien zu schwächen

Wenn es wirklich um Effizienz geht und nicht nur um die Frage, wo am wenigsten Widerstand zu erwarten ist, gibt es zwei Stellen, die in der aktuellen Debatte komplett fehlen. Das ist meine Einschätzung, kein offizieller Vorschlag von Prien, aber genau deshalb finde ich es wichtig, sie zu benennen.

1. Der anrechnungsfreie Zuverdienst beim Elterngeld Plus. Hier liegt ein echtes Ärgernis, das in der ganzen Debatte komplett untergeht. Je höher der Elterngeldanspruch ist, desto mehr darf man nebenbei verdienen, ohne dass auch nur ein Cent abgezogen wird. Bei einem vorgeburtlichen Nettoeinkommen von 3.000 Euro liegt der anrechnungsfreie Betrag bei satten 1.385 Euro im Monat. Wer ohnehin gut verdient hat, landet mit Elterngeld plus Zuverdienst also wieder ziemlich nah an seinem alten Gehalt. Eine Familie, die vorher weniger hatte, darf entsprechend weniger dazuverdienen, und genau die wären eigentlich am meisten auf jeden zusätzlichen Euro angewiesen.

Mein Vorschlag: einen einheitlichen anrechnungsfreien Betrag für alle, unabhängig vom vorherigen Einkommen. Gutverdiener würden dadurch nicht schlechter gestellt als heute, sie kämen nur nicht mehr ganz so dicht an ihr altes Gehalt heran. Wer wenig verdient hat, hätte dagegen endlich einen echten Anreiz, etwas dazuzuverdienen, statt durch die Differenzberechnung im Basiselterngeld fast jeden Euro wieder abgezogen zu bekommen. Der Nebenverdienst würde ganz normal versteuert und zahlt sogar in die Rente ein. Für den Staat wäre das eine Reform ohne echten Verlust, für die Familien mit wenig Elterngeld ein klares Plus. Eine Win-win-Lösung, die in der aktuellen Sparlogik bisher überhaupt nicht vorkommt.

2. Die Verwaltung. Prien will das Elterngeld ohnehin vereinfachen, das sagt sie selbst. Genau hier liegt aus meiner Sicht echtes Sparpotenzial, ohne dass eine einzige Familie weniger Geld bekommt: ein bundesweit einheitliches Online-Verfahren statt 16 unterschiedlicher Landeslösungen, ein automatischer Datenabruf von Steuer-, Geburts- und Meldedaten statt Papierakten und händisch eingereichten Gehaltsnachweisen, ein Fast-Track für Standardfälle wie den Mindestsatz, bei denen sich die Prüfung in wenigen Minuten erledigen ließe statt in Wochen. Was das konkret an Verwaltungsaufwand kostet, lässt sich von außen schwer beziffern, aber dass es kostet, zeigen die langen Wartezeiten bei der Beantragung, die Prien selbst als Problem benennt.

Wer also wirklich sparen will, ohne dass Familien die Rechnung zahlen, hat zwei naheliegende Hebel: einen einheitlichen, fairen Zuverdienst-Freibetrag beim Elterngeld Plus und die Digitalisierung der Verwaltung. Stattdessen liegt der einzige öffentlich diskutierte Hebel bisher bei der Bezugsdauer, also genau bei den Familien, die das Elterngeld am dringendsten brauchen.

Fazit: Zwischen Anspruch und Haushaltsrealität

Die Ankündigung, das Elterngeld zu erhöhen und gleichzeitig zu sparen, ist kein Widerspruch, wenn man genau hinschaut, wie beides zusammenkommen soll. Aber der Mechanismus, der das möglich macht, also gekoppelte Bezugsmonate, trifft eher die Familien, die am wenigsten Verhandlungsmacht haben, während eine strukturelle Lücke beim Zuverdienst unangetastet bleibt und die Verwaltung kaum zur Debatte steht. Das ist meine Lesart der aktuellen Ankündigungen.

Bis zum Kabinettsbeschluss am 7. Juli bleibt vieles davon offen, wie genau die Reform am Ende aussieht und wer tatsächlich zahlt, das zeigen erst die Details, die Prien selbst noch nicht nennen will.

Was bedeutet das für Dich konkret, egal wie die Reform am Ende aussieht?

Je unsicherer die politischen Rahmenbedingungen, desto wichtiger wird es, das Elterngeld nach den aktuell gültigen Regeln optimal für Dich auszuschöpfen, bevor sich etwas ändert.

Planst Du Dein 1. Kind, lohnt sich ein Blick auf meinen Kurs KICKSTART ELTERNGELD: Schritt für Schritt zeige ich Dir, wie Du Deinen Bemessungszeitraum richtig vorbereitest, Zuverdienst und Steuerklasse sinnvoll planst und am Ende kein Geld verschenkst, das Dir zusteht. Jetzt auf die Warteliste setzen →

Steht Dein 2. Kind an, wird es meistens nochmal komplizierter. Viele Mamas haben vor der zweiten Geburt nicht wieder in Vollzeit gearbeitet und befürchten zurecht, dass das Elterngeld diesmal viel niedriger ausfällt, der Mindestsatz von 300 Euro statt der gewohnten Summe vom 1. Kind. Die automatische Annahme „durch die Elternzeit bekomme ich ja wieder das gleiche Elterngeld“ stimmt so nämlich nicht.

Mit meinem Rechner zur Elterngeld-Optimierung siehst Du in wenigen Minuten, wie groß die Lücke beim 2. Kind tatsächlich ausfallen könnte, und ob sich eine gezielte Vorbereitung für Dich lohnt. Jetzt kostenlos durchrechnen →

Erfahrungen & Bewertungen zu zweitöchter