Wachstumsstörung rechtzeitig erkennen | Anzeige

Vor ein paar Wochen kam wieder die Erinnerung per Post ins Haus geflattert: Es wird Zeit für die nächste Vorsorgeuntersuchung, diesmal die U8.

Bei der Vorsorgeuntersuchung

Einen Monat später zücken wir unser gelbes Untersuchungsheft und fahren zum Kinderarzt.

„Mama, bekomme ich heute wieder eine Spritze?“, fragt sie mich etwas argwöhnisch.

„Nein“, antworte ich ihr, „heute möchte der Kinderarzt nur sehen, wie toll Du schon auf einem Bein hüpfen und wie weit Du zählen kannst.“

„25, 26, 27…“, höre ich es hinten im Auto. „Ich kann schon ganz lange zählen, Mama! Ich bin schon so groß!“ (und macht eine ausladende Armbewegung nach oben)

Unsere große Tochter wird bald 4 Jahre und zur heutigen Vorsorgeuntersuchung wird sie wieder von Kopf bis Fuß untersucht. Neben einem Seh- und Hörtest wird auch das Sprechen und die Motorik begutachtet. Und wie bei jeder U-Untersuchung wird sie wieder gewogen und gemessen. Ich habe in den vergangenen 4 Jahren fleißig ihre Wachstumsentwicklung verfolgt und auch notiert. Denn mit einer einzelnen Größenangabe kann der Arzt noch nicht viel anfangen. Nur durch einen Verlauf kann eine Abweichung oder gar eine Wachstumsstörung erkannt werden.

Die Messung

In der Arztpraxis angekommen, klettert mein Sonnenschein schnurstracks auf die neue Waage, die gleichzeitig per Laser die Körpergröße misst. Das Gerät piept und die Arzthelferin gibt ihr Anweisungen, wie sie am besten stillstehen kann. Gar nicht so leicht für meinen kleinen Wirbelwind.

Nach dem letzten Piep ertönt eine mechanische Stimme: „18,9 Kilogramm, 104,7 Zentimeter“. Damit liegt sie mit ihrer Körpergröße auf der 85. Perzentile. Das bedeutet, dass 85 Prozent der Mädchen im gleichen Alter kleiner und 15 Prozent größer als sie sind. Der Arzt trägt den Wert in die Wachstumskurve ein und siehe da, ihre Werte sind weiterhin auf der gleichen Kurve geblieben. Also alles in Ordnung.

 

Eventuelle Abweichungen genau betrachten

Das ist aber längst nicht bei jedem Kind so. „Sollte die Körperlänge „perzentilenflüchtig“ werden, ist zunächst mal der aktuelle Umstand zu betrachten. Möglicherweise hat das Kind gerade einen Infekt hinter sich und dadurch etwas Gewicht verloren, was es aber bald aufgeholt haben sollte.“, betont Denise Schulz, Interdisziplinäre Frühförderin B.A. am Sozialpädiatrischen Zentrum des Universitätsklinikums Jena.

„Sollte sich ein Kind dauerhaft im unteren oder oberen Durchschnitt (!) befinden, wäre es für mich wichtig eine Konstante zu erkennen. Dabei kann man gern auch die Perzentilenwerte der Eltern betrachten. Sind bei beiden (gesunden) Elternteilen die Maße der Körperlänge auf der unteren oder oberen Perzentile, so wären die gleichen Perzentilmaße beim Kind nicht besorgniserregend.“

Wann zum Arzt?

Aber bricht eine Perzentile plötzlich in eine Richtung ein, also gibt es unerwartete Spitzenwerte, sollte ein Kinderendokrinologe konsultiert werden. Während der standardisierten Vorsorgeuntersuchungen kann eine eventuelle Wachstumsstörung rechtzeitig erkannt werden. Das ist wichtig um zeitnah mit einer eventuell notwendigen Behandlung mit Wachstumshormon zu beginnen.

 

Wo können sich Eltern zu Wachstumsstörungen informieren?

Für Eltern, die Informationen zum Thema Wachstumsstörungen suchen, informiert die Website www.demLebengewachsen.de Dort wird auch die Behandlung mit dem Wachstumshormon beleuchtet, wodurch Kindern wieder ein normales Wachstum ermöglicht werden kann.

Außerdem findest Du auf der Website die Perzentilkurven, wo Du den altersbezogenen Wachstumsverlauf Deines Kindes ablesen kannst.

Zur Website www.demLebengewachsen.de

 

Nimm bitte unbedingt alle Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wahr! #demLebengewachsen

Nimm daher unbedingt alle Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wahr!

Wachstumsstörung rechtzeitig erkennen

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Comments

  1. Antworten

    Hallo Diana,

    Danke für diesen wichtigen Artikel.
    Oft ist es anstrengend die ganzen Termine für die Kinder untern einen Hut zu bringen und gerade Kinderarzttermine geraten dabei zur lästigen Pflicht. Trotzdem sind sie wichtig – da stimme ich dir voll und ganz zu.

    Viele Grüße
    Mama Maus

  2. Die U-Untersuchungen finde ich ganz extrem wichtig!!
    Lg

  3. Antworten

    Ich finde die U-Untersuchungen auch sehr wichtig. Beide Kinder brauchten schon recht früh Physiotherapie und Osteopathie. Ich bin sehr froh, dass diese Untersuchungen verpflichtend sind.

    • Kati
    • 17. März 2018
    Antworten

    Danke für diesen wichtigen Artikel. Solche Themen sollten öfters angesprochen werden, da es sicher vielen Betroffenen hilft.
    LG, Kati
    http://www.kuchenkindundkegel.de

    • Jule
    • 15. März 2018
    Antworten

    Also ich als Mutter würde irgendwie gar nicht auf die Idee kommen Termine nicht wahr zu nehmen. Und der Arzt und auch das Jugendamt sind da auch hinterher und erinnern noch mal. Ein schöner Beitrag!

  4. Antworten

    Ein ganz wichtiger Artikel, wird gleich abgespeichert. LG Frida

  5. Antworten

    Was für eine tolle Seite, vielen Dank für den Tipp! Wir sind bisher immer zu den Untersuchungen gegangen und werden das auch weiterhin tun. Ein wichtiges Thema!
    Liebe Grüße,
    Janina

  6. Antworten

    Oh die U-Untersuchungen.
    Das sind wirklich immer aufregende Termine, aber vor allem für mich. Irgendwie fühle ich mich immer einmal durch den Wolf gedreht und wieder ausgespuckt, aber ich bin froh, dass so eventuelle Fehldinge rechtzeeitig erkannt werden können.

  7. Antworten

    Wir nehmen die Untersuchungen auch immer sehr ernst und sind so dankbar wenn alles unauffällig und in Ordnung ist

  8. Antworten

    Die U Untersuchungen sind bei uns immer fest im Programm drin. Gehört einfach dazu. Bei der großen gab es jetzt schon ein neues Heft für die Untersuchungen ab der U10. Bei uns war zum Glück immer alles ordnungsgemäß in der Kurve drin

    • Pia
    • 14. Februar 2018
    Antworten

    Hey, danke fürs Teilen. Habe vorher noch nie von der Perzentilkurven gehört.
    Das behalte ich im Hinterkopf, für wenn es dann so weit ist.

  9. Pingback: 5 Prinzipien, die achtsame Eltern anders machen - zweitöchter

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