Liebe Großeltern, schenkt mir bitte eure Zeit!

Großeltern halten Enkelin

In diesem Gastartikel schreibt Maria, 2-fache Mädchenmama, wie es ihr im alltäglichen Familienleben geht und was sie sich von den Großeltern ihrer Kinder wünscht.

Puh, als Mama hat man ganz schön wenig Zeit, oder?

Zumindest habe ich mir das Mama-Sein, als ich noch keine Kinder hatte, viel einfacher vorgestellt.

Während der Elternzeit mit meiner ersten Tochter hat mich eine kinderlose Freundin gefragt: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Und warum bist du so k.o., kannst du nicht ausruhen?“. Klar, eine nett gemeinte Frage, aber du ziehst doch gerade auch eine Augenbraue hoch, oder? 😉

Peng. 

Zu einer Antwort auf die Frage kam es gar nicht, da mein Baby mit einem Roundhouse-Kick meinen Kaffee vom Tisch abgeräumt hat. Doch hätte ich meiner Freundin geantwortet, dann hätte die Antwort wohl ungefähr so ausgesehen:

Was ich den ganzen Tag mache?

Hier ein kleiner Auszug meines „Wellness-Programmes“:

  • Stillen / Füttern
  • Wickeln
  • Rückbildungskurs
  • Umziehen
  • Stillen
  • Aufräumen 
  • Kochen 
  • Termine 
  • Stillen
  • Spielplatz
  • Krabbelgruppe 
  • Schlafbegleitung
  • Stillen
  • Haushalt
  • Einkaufen
  • Wäsche
  • Saubermachen
  • Stillen 
  • Mit dem Baby spielen
  • Körperpflege
  • Kalten Kaffee trinken

Also langweilig wird mir sicherlich nicht … 

Weißt du, was in der Liste übrigens gar nicht vorkommt:

  • Freunde (allein) treffen
  • Telefonieren
  • Ein Schaumbad
  • Zeit allein
  • In Ruhe Essen
  • Ein Roman lesen
  • Paarzeit
  • Entspannung
  • Arbeiten

Du siehst, wir Mamas leisten ganz schön viel. Und, es macht mich ein wenig traurig, dass das so wenig gesehen wird. Aber gut, anderes Thema. Ich meine, das war immerhin eine kinderlose Freundin, woher soll sie das also wissen, oder?

Wie steht es also um andere Mütter?

Nach einer eher bescheidenen Nacht saß ich mit einer Freundin auf dem Spielplatz, während unsere Kinder in der Sandkiste saßen und kurz davor waren sich um eine Schippe zu streiten. Ich fing an zu jammern, dass ich so dringend mal eine Pause bräuchte… Die Akkus mal aufladen, weißt du?

Da meinte sie: „Ja verstehe ich. Würden nicht meine Mutter und Schwester einmal die Woche kommen, um mir mit allem möglichen helfen, dann wäre ich auch ganz schön geschafft.“ Wohlgemerkt, ihre Mutter fährt 70 km von ihrem Wohnort und ihre Schwester fährt dieselbe Strecke mit dem Bus. Dazu kommen noch weitere Großeltern und die Schwägerin, die ebenfalls regelmäßig kommen und helfen.

Kannst Du Dir vorstellen, wie die tiefen Augenringe unter meinen müden Augen kurz zuckten?

„Helfen Eure Eltern denn nicht? Die wollen doch bestimmt ständig ihre süßen Enkelkinder sehen?!“

Ich lasse die Schultern sacken und erzähle davon, dass meine Mama leider weit weg wohnt und meine Schwiegerfamilie zu viele eigene Hobbys hat und nicht so eine große Sehnsucht die süßen Mädels zu sehen.

„Also helfen sie gar nicht?“

Nein, das ist auch nicht wahr. Meine Mama schenkt uns unglaublich viele Sachen für die Kinder. Da sind wir auch wirklich dankbar! Wir haben schon viel Zeit und Geld dadurch gespart.

Doch soll ich Dir was sagen?

Ich hätte lieber Zeit. Dringender als einen neuen Body oder ein weiteres Spielzeug für die Ecke brauche ich vor allem ZEIT!

Könnte ich meine Akkus aufladen, dann wäre die Stimmung Zuhause weniger angespannt, ich könnte auf Wutanfälle gelassener reagieren und hätte Abends mal wieder Kraft nicht mit den Kindern zusammen ins Bett zugehen. Das wäre für uns als Eltern und Paar auch toll!

Darum würde ich so weit gehen, an alle Großeltern da draußen zu appellieren:

Helft Euren Kindern und Enkeln! Und nicht nur mit einem 10er für die Spardose, sondern seid für sie da und schenkt ihnen Zeit! Selbst, wenn es mal am Telefon ein offenes Ohr ist oder per Videotelefonie ein bisschen Kontakt zum Enkelkind.

Die Kleinen werden so schnell groß und wie schön wäre es, wenn sie sich immer an die wundervollen Momente mit Euch erinnern können? Die gemeinsamen Spielplatz-Besuche, das Vorlesen, gemeinsame Kochen und Basteln – wäre doch toll so Teil ihres Lebens zu sein!

Und dabei unterstützt ihr Eure eigenen Kinder.

Wie ist das bei Dir, helfen Eure Eltern mit und hilft Euch das? 

Ich suche aktuell Alternativen, quasi das berühmte „Dorf“, doch muss sagen, dass ich das nicht so leicht finde.

Wie lädst Du Deine Akkus auf?

Deine Maria

Maria schreibt auf „My Maisie“ (www.mymaisie.de) rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Mama-Sein.

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