Geburtsbericht: Ohren zu und durch

zweitoechter-Geburtsbericht-Laura

Unsere Tochter Hanna Lucy erblickt das Licht der Welt. Es ist meine dritte Geburt. Die letzte endete in einem unschönen Kaiserschnitt. Die erste war vor bereits elf Jahren eine Spontangeburt.

Es geht los

Diese Schwangerschaft fühlte sich von Anfang an neu und anders an. Nachts um zwei lag ich plötzlich wach im Bett und merkte, dass etwas anders war. In noch ziemlich unregelmäßigen Abständen zog es immer wieder mal leicht hier und da. Ich hätte es nicht ernst genommen, wäre nicht dieses eine, ganz besondere und magische Gefühl gewesen, dass mir sagte, da passiert heute etwas Großes! Mein Kleiner lag neben mir im Bett und schlief, wenn auch sehr unruhig. Ab 6.00 Uhr wurde aus dem ziehen und pieksen dann doch eine regelmäßig auftretende Welle, die mich dann nicht mehr im Bett liegen ließ. Der kleine Mann und ich standen auf und er durfte sich an diesem besonderen Morgen mit seinem Frühstücksteller auf das Sofa setzen und seine „Ernie mit der Straße“ (Sesamstraße) gucken.

Die Abstände werden kürzer

Ich fing an, die Zeiten zwischen den Wehen zu beobachten und ging dann ausgiebig und warm duschen. Die Wehen wurden zwar nicht stärker, hielten aber länger an und der Abstand verkürzte sich von 10 auf ca. alle 7 Minuten. Ich fühlte mich ausgesprochen gut und brachte dann noch den kleinen zu Fuß in die Kita. Der kleine Marsch und die Bewegung brachten noch mal kürzere Abstände und ich rief den Papa an, der noch gute 1,5 Stunden Fahrt von der Arbeit vor sich hatte. Ich habe die Zeit allein zu Hause total genossen und bin immer mal wieder durch den Garten getigert. Die Luft war herrlich und tat so gut! Zu jeder Wehe schloss ich die Augen und spielte im Kopf das Lied „count to ten“ von Tina Dico ab, welches mich schon die gesamte Schwangerschaft über total gefesselt hat.

Ab ins Krankenhaus

Gegen 11.00 Uhr sind wir dann ins Krankenhaus gefahren und wurden gleich super liebevoll in Empfang genommen. Ich wurde gefragt, ob ich gleich ein CTG möchte, lieber erst einen Ultraschall oder einfach erst einmal gar nichts. Ich fühlte mich dann direkt wieder bestätigt, den richtigen Ort zur Geburt unserer Tochter ausgesucht zu haben! Ich kam also erst einmal in Ruhe an und meldete mich dann nach einem ausgiebigen Spaziergang mit meinem Partner wieder bei der Hebamme, um einmal nach dem Muttermund zu schauen. Er war bei 4 cm und ich gebe zu, ich hatte mehr erhofft. Die Wehen kamen bereits alle 2-3 Minuten und verlangten mir schon einiges ab. Wir drehten wieder ein paar Runden auf dem Flur und die Hebamme erkundigte sich immer nach meinen Wünschen und drängte mir keine Untersuchungen auf.

Öffnung der Fruchtblase

Gegen 17.30 Uhr fand ich das alles dann gar nicht mehr lustig und wollte nur noch ein rasches Ende. Die Blase war noch intakt und der Muttermund hing bei 8,5 cm fest. Nach weiteren 1,5 Stunden harter Arbeit und Wehen, die mich fast wahnsinnig gemacht haben, bat ich die Hebamme, die Blase zu öffnen. Mein Gefühl sagte mir, dass es dann besser läuft. Die Blase wurde geöffnet. Die nächste Wehe traf mich dann mit voller Wucht – und der Muttermund war vollständig. Ich konnte ganz kurz durchatmen und spürte dann recht bald den ersten Drang zu pressen. Ich wechselte in die letzte Position vom Vierfüßler auf den Hocker. Um 19.30 Uhr fing ich dann an zu pressen. Und zu pressen. Und zu pressen…

Ich kann nicht mehr

Ich war fix und fertig und konnte nicht mehr. Es tat sich einfach zu wenig. Die Hebamme hat alles mögliche getan und wirklich herausragende Motivationsarbeit geleistet. Ich wollte nicht mehr, wollte gar nichts mehr machen und habe einfach nur noch um Erlösung gebettelt. Und dann war er auf einmal da, der Kopf! Ich konnte ihn sehen und konnte gar nicht glauben, dass nach zwei unendlich langen Presswehen endlich das Ende – oder viel mehr der Beginn eines neuen Lebens – so nah war. Die letzte Wehe war kaum noch spürbar und dann war sie endlich da! Es war nun klar, warum es am Schluss nicht richtig vorwärts ging. Die kleine Maus hielt sich mit ihren Händen die Ohren zu! Zu dem Kopfumfang von 36 cm, einem Gewicht von 4000 Gramm, komprimiert auf 50 cm, kamen dann also noch die kleinen Händchen mit dazu. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum ich am Ende doch übel gerissen bin, gleich an drei Stellen.

Aber es war geschafft und ich bin so unglaublich dankbar für die wundervolle Begleitung der Hebamme! Nun sind wir zu Hause und genießen unser neues Dasein zu fünft.

 

Danke Laura für diesen schönen Geburtbericht und alles Gute für Dich und Deine Familie!

Tags: geburtsbericht

Related Posts

Wie Du Deine Geburt planen kannst Geburtsbericht eines Wunschkaiserschnitts

Comments

  1. Pingback: Ein Wonneproppen lässt auf sich warten - zweitöchter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

2 shares